Als Reaktion auf den S-Bahn-Mord startet die Aktion «Münchner Courage»

Als Reaktion auf den Münchner S-Bahn-Mord vor zwei Monaten hat der FC Bayern München zusammen mit Politik, Polizei und Kirche die Initiative «Münchner Courage» gegründet.

Das Projekt will Bürger ermutigen, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern gemeinsam mit Anderen Solidarität und Zivilcourage zu zeigen. «Als Dominik Brunner am 12. September dieses Jahres sterben musste, weil er Jugendliche schützte, waren wir fassungslos und erschüttert. Es war uns klar, dass den Worten, die wir damals öffentlich fanden, Taten folgen mussten. Dies ist nun geschehen», sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß vor dem Bundesliga-Spiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters gegen Bayer Leverkusen. «Nur gemeinsam können wir Auswüchse in der Gesellschaft eindämmen und bekämpfen.»

Hoeneß, der auch Kuratoriumsvorsitzender der neu gegründeten Dominik-Brunner-Stiftung ist, liegt die in Anwesenheit von Brunners Vater vorgestellte Aktion «sehr am Herzen». «Wir haben mit starken Partnern eine Initiative ins Leben gerufen, die nachhaltig sein wird, die in der Bevölkerung Aufmerksamkeit erreichen wird. Wir bitten alle, uns dabei zu unterstützen. Dinge wie damals am S-Bahnhof in Solln dürfen nie wieder passieren», mahnte Hoeneß.

Wie die Profis Mark van Bommel und Franck Ribéry ist Hoeneß auf insgesamt 850 Plakatflächen in München im Rahmen der Aktion unter dem Titel «Zusammenhalt macht stark» zu sehen. Weitere Spieler und Plakate sollen folgen. Auf drei großen Bannern in der Stadt sowie auf der Stadionbande wird ebenso um Aufmerksamkeit geworben. «Die Spieler waren total begeistert. Das ist eines der wenigen Dinge, bei denen sie nicht ihre Berater fragen müssen», sagte Hoeneß.

Wie der Fußball-Club sind auch der Freistaat Bayern, die Stadt München, die Dominik-Brunner-Stiftung, die katholische und die evangelische Kirche sowie die Polizei München in der Initiative engagiert. «Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger mit Courage», forderte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Neben dem Ermutigen der Bürger, wollen die Partner das Verantwortungsgefühl für Kinder und Jugendliche wecken sowie aufzeigen, wie Gewalt frühzeitig vorgebeugt werden kann. Durch Vernetzung solle gemeinsam gegen Gewalt vorgegangen werde. «Wenn solche erschütternden und empörenden Gewaltexzesse passieren und das nicht ein einziges Mal, sondern wiederholt, dann müssen alle Register gezogen werden», sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Kurse und Aktionen der Bündnispartner sollen regelmäßig auf einer Webseite bekanntgegeben werden.

Der 50-Jährige Brunner hatte sich im September am Münchner S-Bahnhof Solln schützend vor vier Kinder gestellt, die von Jugendlichen bedroht worden waren. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Haupttäter fügten ihrem Opfer bei dem Überfall binnen weniger Minuten mit Tritten und Schlägen zahlreiche, tödliche Verletzungen zu. Bundespräsident Horst Köhler ehrte Brunner posthum mit dem Bundesverdienstkreuz.

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