So

18

Okt

2009

Gedanken von Willy Schmidhauser zu PTT und SBB

Einst waren wir stolz auf unsere Bundesbetriebe, wie SBB, PTT oder Postautonetze. Jedem Bürger, ob alt oder jung, ob Zürcher, Obertoggenburger oder Maggiataler mussten diese Dienstleistungen offen stehen, wohl selbsttragend, aber trotzdem günstig, schnell, zuverlässig und sicher. Diese Arbeitsplätze waren zwar nicht mit Spitzensalären entlöhnt, aber soziale, sichere und hoch geschätzte Stellen, die auch vom Bürger mit Wohlwollen und Wertschätzung honoriert wurden.

EU- und «Markt»-Anpasser!
Weil die EU den Fernmeldemarkt auf den 1. Januar 1998 öffnete, wurde in grosser Eile das Post-Organisations-Gesetz in den Räten zu Bern durchgepaukt: Die Post gehört zwar immer noch dem Bund, aber sie ist liberalisiert – was immer das heissen mag. Sicher ist auch, das Kürzel PTT ist abgeschafft. Für das T wie Telefon wurde ein Aktiengesellschaft genannt Swisscom geschaffen. Dann kam am 21. Mai 2000 die Abstimmung «Bilaterale Abkommen mit der EU» und damit die Marktöffnung...

Sozi-Schande und Gewerkschafts-Versagen
Wer möchte die Arbeitsplätze in den SBB-Werkstätten nicht den Tessinern sichern. Doch das ist gar nicht möglich und niemand sagt dem Bürger die Wahrheit! Die Sozis haben Arbeiter verraten, ja hintergangen, denn nach linker Ideologie taten sie alles, um die Öffnung hin zur EU zu sichern. Mit «falschen Karten» wurde gepockert, kein Wort darüber verloren, dass Andreas Meyer von der SBB Cargo nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen dort die Wartungsarbeiten an seinen Loks und Wagen machen lassen muss, wo es am billigsten ist – Tessin hin oder her! Angebote aus dem ganzen EU-Raum gelten! Wer hat uns je «klaren Wein eingeschenkt» und wo waren und sind die «kritischen Medien»?

Post auf der Versagerstrasse
Anstatt sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren, verkaufen Posthalter Versicherungen, Lose, Gartenzwerge, Hypotheken, Handys, Computer und reduzieren bald täglich die Öffnungszeiten. Wer seinen Posthalter etwas fragen will, findet nur noch eine 0848 88 88 88 – Nummer mit «Gugelimusig», Computerstimmen und letztlich dem Bescheid, dass jede Auskunft zehn Franken kostet. Mit den Nerven am Ende, stellen wir fest: Express-Sendungen können nur noch am Morgen aufgegeben werden. Zudem sind die Tarife in Höhen geklettert, wo bald die Überbringung per eigenem Personenwagen wieder in Frage kommen könnte. Und diese Post war einmal unser ganzer Stolz!

Weit haben es unsere Volksvertreter gebracht...

Aus dem Volk gepresst!
Die «liberalisierte» Post spuckt grosse Töne und brüstet sich mit hunderten von Millionen Franken Gewinn pro Jahr – alles aus den Kunden gepresst! Verteuerte Einzahlungen, Verrechnung von PC-Abrechnungen, sogar das Papier wird noch belastet. Kleinere Postbüros werden aufgehoben, der Umsatz sei zu klein. In vielen Werbeschriften wimmelt es von Anglizismen und neumodischen Begriffen – man will offensichtlich Kompetenz beweisen. Unsere Post, die wir während Jahrzehnten finanziert und aufgebaut haben, also eindeutig dem Volk gehört, soll dem dummen Volke nochmals und für Milliarden in Form von Aktien verscherbelt werden! Danke vielmals, ihr feinen Volksvertreter und Geschäftemacher. Dieses angeblich moderne «Management» ist abstossend. Gleichzeitig wird auch immer mehr Postangestellten «die Hölle heiss gemacht»! Das gleiche Pensum bei weniger Prozenten, also klares Lohndumping heisst die Devise und apropos «sicherer Arbeitsplatz» ist überhaupt nichts mehr sicher.

PTT, komm zurück!
Anstatt eine PTT-Paketverteilung haben wir heute, dank Marktöffnung in vielen Orten und Städten fünf bis sieben verschiedene Firmen, die schweizweit mit umweltbelastenden Autos Pakete verteilen – was für ein Minus für den Umweltschutz, Herr Leuenberger, da kann doch der CO2-Ausstoss gar nicht sinken. Dazu kommen aber auch hunderte von Millionen Franken, die diese Post im Ausland auf «Nimmerwiedersehen angelegt»
hat. Es lebe der «offene Markt»! Dabei wäre ein zuverlässiger, möglichst preisgünstiger Postdienst für Volk und Wirtschaft eine Wohltat, eine Erfolgsgarantie für Wirtschaft und Betriebe!

Ausgerechnet Bananen
Neuerdings baut die Post auch einen Kleiderreinigungsdienst auf dafür kann bald jeder eine Post eröffnen, denn auch die Hundert-Gramm-Briefe werden «liberalisiert»! «Schuster bleib bei deinen Leisten» ist offenbar «kalter Kaffee» und die gleichen «Öffner»-Parteien sammeln heute, dem Himmel sei’s geklagt, Unterschriften, um die Post im Dorfe zu erhalten. Was für ein Schauspiel, was für ein Widerspruch. Keiner deckt ihn auf...

Willy  Schmidhauser,    Dettighofen  TG
Der Autor ist Präsident der SD Thurgau

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Chelsey Didonna (Dienstag, 24 Januar 2017 18:50)


    If you are going for best contents like I do, only go to see this site daily since it provides quality contents, thanks