Sa

19

Sep

2009

Nach Österreich nun auch bei den SBB: Dreiste Kupferdiebe begeben sich in Lebensgefahr

Fehlende Erdungskabel trugen dazu bei, dass ein Blitzschlag das ÖBB-Stellwerk in Wien Süssenbrunn völlig verschmoren liess und schleuderte die Bundesbahn auf den Strecken in Richtung Wien-Leopoldau, Gänserndorf und Mistelbach zurück in die Mitte des vorigen Jahrhunderts.

 

Der Blitz liess die Steuerungsanlagen der ÖBB und zahllose Kabel verschmoren. Die katastrophale Folge: Jedes Signal, jede Weiche musste von Hand bedient werden, die Lokführer mussten auf Sicht fahren. Die Bahnpendler stöhnten über die Verspätungen, aber auch der Informationsfluss der ÖBB war suboptimal. Die Schadensbehebung dauerte Monate und ist auch heute noch nicht abgeschlossen.

Ähnliches ereignete sich nun auch bei den SBB, denn im Kanton Aargau haben Unbekannte versucht, das Erdungskabel einer SBB-Fahrleitung zu stehlen. Das Kupferkabel der Strecke Rümikon - Kaiserstuhl war bereits auf einer Länge von 300 Metern entfernt und lag in Stücke geschnitten zum Abtransport bereit.

Dreiste Diebe haben in der Nacht auf Donnerstag 17. September 2009 entlang der SBB-Strecke Rümikon-Kaiserstuhl im Kanton Aargau auf einer Länge von fast 300 Metern das Erdseil abmontiert. Die Unbekannten handelten gemäss SBB lebensgefährlich und verursachten einen Kurzschluss.

Den Unbekannten gelang es jedoch nicht, das Kupferkabel abzutransportieren, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte. Auf die Diebe war die SBB kurz nach Mitternacht aufmerksam geworden, wie SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage sagte.

Weil das Erdseil beim Durchschneiden auf die Fahrleitung fiel, wurde ein Kurzschluss ausgelöst. «Die Täter handelten lebensgefährlich», betonte Pallecchi. Das Erdseil habe 15'000 Volt geführt. Der SBB ist im Gegensatz zu den ÖBB kein ähnlicher Fall von Kupferdiebstahl bekannt.

Auf der Bahnstrecke zwischen Rümikon und Kaiserstuhl kreuzt das Erdseil die Fahrleitung, weil die Masten auf der linken und auf der rechten Seite stehen, wie Pallecchi sagte. Das Kupferkabel erdet die Strommasten bei einem Blitzeinschlag und verläuft üblicherweise parallel zur Fahrleitung.

 

Störungen im Bahnverkehr
Als die SBB-Angestellten zur Kontrolle um 3 Uhr vor Ort eintrafen, war das Erdseil bereits in Stücke geschnitten gewesen. Die Abschnitte lagen in regelmässigen Abständen verteilt zum Abtransport bereit.

Die SBB-Angestellten sahen gemäss Kantonspolizei noch ein Fahrzeug, möglicherweise einen Lieferwagen, wegfahren. Es könnte sich um die Kupferdiebe gehandelt haben, die bei ihrer Tat durch die Kontrollequipe aufgeschreckt worden waren. Der versuchte Kupferdiebstahl führte im Bahnverkehr zu Störungen. Bis 8 Uhr 45 fuhren auf der betroffenen Regionalstrecke keine Züge. Zwischen Weiach und Rekingen setzten die SBB für den Transport der Berufspendler Busse ein.

 

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