Neue Triebwagen auf der Strecke Lübeck-Neustadt/Puttgarden: Erster LINT startet in Lübeck

Die Regionalbahn Schleswig-Holstein (RB SH) setzt neue Triebwagen der Baureihe 648.3 im sogenannten Ostnetz ein. Die Leichten-Innovativen-Nahverkehrs-Triebwagen, kurz LINT, werden zunächst auf der Strecke Lübeck-Neustadt/Puttgarden eingesetzt. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember nehmen insgesamt 25 neue Dieseltriebzüge den Betrieb auf den Strecken von Lübeck nach Kiel, Fehmarn und Lüneburg auf.

Bernhard Wewers, Geschäftsführer der LVS Schleswig-Holstein GmbH und Edward Jendretzki, Leiter der RB SH, schickten den ersten LINT mit einem symbolischen Durchschneiden eines Bandes von Lübeck nach Neustadt/ Holst auf die Reise.

Bernhard Wewers freut sich auf die neuen Triebwagen: "Für Land und LVS ist es wichtig, den Fahrgästen eine gute Nahverkehrsqualität zu bieten. Ein gutes Angebot, moderne und pünktliche Züge und attraktive Bahnhöfe sind wichtig, damit immer mehr Menschen die Bahn nutzen. Die seit Jahren steigenden Fahrgastzahlen zeigen, das unser Weg richtig ist."

Edward Jendretzki: "Am 13. Dezember vergangenen Jahres startete der erste neue Doppelstockzug im Ostnetz auf der Strecke Hamburg–Lübeck. Nun können wir auch mit dem Einsatz der neuen Dieseltriebzüge beginnen. Insgesamt freuen wir uns bis Ende dieses Jahres 89 fabrikneue Fahrzeuge auf die Schienen rund um Lübeck setzen zu können."

Die zweiteiligen Dieseltriebzüge der Baureihe 648.3 werden bei Alstom in Salzgitter gebaut. Bereits sechs Fahrzeuge der Baureihe 648.0 sind bei der RB SH auf den Strecken Kiel–Flensburg und Kiel–Neumünster im Einsatz. Die 120 km/h schnellen Dieseltriebzüge sind klimatisiert und sehr laufruhig. Breite Einstiegstüren erleichtern mobilitätseingeschränkten Reisenden den Einstieg. Zeitgemäße Displays zur Fahrgastinformation, ein behinderten- freundliches WC, ein Mehrzweckbereich sowie große Panoramafenster erhöhen den Fahrgastkomfort.

 

 

Weitere News aus der Region:

- Ausbau der Strecke Kiel-Lübeck zwischen Kiel und Plön

- Einführung eines Halbstundentaktes

- Gesamtkosten von rund 32 Millionen Euro

 

Die Deutsche Bahn hat kürzlich mit den Bauarbeiten zur Ertüchtigung der Strecke Kiel-Lübeck begonnen. Im ersten Bauabschnitt werden rund 32 Millionen Euro investiert. Die Kosten tragen der Bund, das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn.

Bis Mitte November 2009 werden zwischen Preetz und Ascheberg über zehn Kilometer Gleise und Oberbau erneuert sowie der Untergrund verbessert. Elf Bahnübergänge, wie zum Beispiel der Übergang in Liesch, erhalten neue technische Sicherungen. Im Bahnhof Plön werden zwei neue barrierefreie Bahnsteige errichtet. Zusätzlich entsteht in Kiel-Elmschenhagen eine neue Station. Anschliessend wird die Signaltechnik entlang der gesamten Strecke angepasst.

Verkehrsminister Dr. Jörn Biel: "Mit dem Ausbau der Strecke Kiel-Lübeck wird die Fahrtzeit zwischen den beiden größten Städten des Landes deutlich verkürzt. Wir werden nach Abschluss der gesamten Baumaßnahme eine leistungsfähige Alternative zum Straßenverkehr zwischen Kiel und Lübeck erhalten."

"Ich freue mich, dass wir den Startschuss zur Ertüchtigung der Strecke Kiel-Lübeck planmässig geben konnten. Die Angebotsverbesserung zwischen den beiden grössten Städten Schleswig-Holsteins im Frühjahr 2010 macht den öffentlichen Personennahverkehr noch attraktiver", sagte Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte der DB AG für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Nach Abschluss aller Arbeiten des ersten Bauabschnitts werden im März kommenden Jahres folgende Angebotsverbesserungen umgesetzt:

Statt einmal pro Stunde und Richtung verkehren künftig zwei durchgehende Züge von Kiel nach Lübeck.

Die Regional-Expresszüge (RE) Züge halten in Kiel Hbf, Raisdorf, Preetz, Plön, Bad Malente-Gremsmühlen, Eutin, Bad Schwartau und Lübeck Hbf.

Die Pendelzüge, die zurzeit zwischen Kiel und Preetz sowie zwischen Lübeck und Eutin fahren, werden durch Regionalbahnen (RB) zwischen Lübeck und Kiel mit Halt auf allen Unterwegsstationen ersetzt.

Montags bis freitags fahren im Berufsverkehr zwei durchgehende Züge je Richtung von Kiel über Lübeck direkt nach Hamburg Hbf. In diesen Zügen werden neue Doppelstockwagen eingesetzt um den Reisenden mehr Sitzplätze anbieten zu können.

Aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen ist es notwendig, die Bahnstrecke vom 22. August bis 16. November 2009 abschnittsweise zu sperren und zwischen Kiel und Plön einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten. An zwei Wochenenden im Januar 2010 wird die Software-Anpassung der elektronischen Stellwerke (ESTW) in Kiel und Lübeck weitere Sperrungen der gesamten Strecke Kiel-Lübeck notwendig machen.

Die Deutsche Bahn informiert ihre Kunden über die einzelnen Bauphasen mit einer umfangreichen Broschüre sowie durch Aushänge in den Bahnhöfen.

Trotz des Einsatzes lärmgedämpfter Arbeitsgeräte lassen sich ruhestörende Geräusche - auch nachts und an den Wochenenden - nicht vermeiden. Die Deutsche Bahn bittet die Reisenden und Anwohner um Verständnis für die mit den Bauarbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.

Zurzeit nutzen im Schnitt rund 3.000 Reisende täglich die Verbindung zwischen Kiel und Lübeck.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Andreas Möller (Samstag, 05 September 2009 19:58)

    Grundsätzlich sind Sreckenausbau und bessere Zugangebote auf den genannten Strecken in Schleswig-Holstein zu begrüßen. Ich blicke aber mal in die etwas fernere Zukunft, vor allem dann, wenn irgendwann mal die Fehmarnbeltbrücke fertig ist. Dann müßte ja inzwischen auch die komplette Vogelfluglinie Hamburg-Lübeck-Puttgarden-Kopenhagen elektrifiziert sein. Nun frage ich mich, ob es nicht auch sinnvoll wäre, die Strecke Lüneburg-Büchen-Lübeck auf Fernverkehrsniveau zu bringen und zu elektrifizieren. So wäre doch ein viel schnellere und kürzere ICE-Verbindung aus südlicher Richtung unter Umgehung des Hamburger Hauptbahnhofes nach Kopenhagen möglich. Es müßten dann nicht alle ICEs in Hamburg Hbf Kopf machen, was auch zeitraubend ist. - Ferner sollte auch mit der Strecke Kiel-Plön-Lübeck-Bad Kleinen das gleiche geschehen, damit eines Tages auch Intercity- oder ICE-Züge von Kiel nach Rostock fahren können. Als mit einem Wort: Nägel mit Köpfen machen.

  • #2

    Peterka (Sonntag, 06 September 2009 23:17)

    Hallo !

    Ist ja schön mit dem LINT 41 auf der Oststrecke. Läuft ruhig und gut, wenn man sich nur beim Sitzen am Fenster nicht anschliessend ein fürchterliches Reissen in der Schulter holen würde. Die arme Klimaanlage bläst powerfull arktische Winde das Fenster herunter, sie lässt sich nicht regeln, auch nicht abschalten. Aber gut, der LINT ist ein deutscher Triebwagen, und ein Nachdenken über Sinn und Unsinn einer Klimaanlage fällt schwer. Vielleicht doch wieder das liebe Auto, dessen Klima lässt sich regeln.

    Gruss Peterka