Frauen an die Macht bei den SBB

Die SBB will ihren Frauenanteil innert fünf Jahren von 14 auf 18 Prozent erhöhen. Im oberen Kader soll die Quote im gleichen Zeitraum sogar von 8 auf 15 Prozent steigen.

Das sieht eine Gender-Management-Strategie vor, die im Mai von der SBB-Geschäftsleitung verabschiedet worden ist. Entstanden sei die Idee, weil die SBB ein sehr technisches Unternehmen sei und Frauen vermehrt für technische Berufe begeistern wolle, sagte SBB-Mediensprecher Christian Ginsig zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag».

In gewissen Bereichen, beispielsweise im Kundenservice, herrsche bereits jetzt ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. In anderen Abteilungen dagegen seien Frauen klar in der Minderheit, bei den Lokführern beispielsweise sind weniger als 20 Prozent weiblich.

Über das gesamte Unternehmen gesehen sind von 27'800 Mitarbeitenden 3900 Personen Frauen. Ein Unternehmen profitiere von einem ausgewogeneren Anteil an Frauen, denn gemischte Teams würden besser zusammenarbeiten, führte Ginsig aus. «Zudem wird durch gemischte Teams der Arbeitgeber attraktiver.»

Im Kader Teilzeit arbeiten
Die Frauenquote ist bei der SBB in den letzten Jahren zwar bereits um 3 Prozent gestiegen. Um sie noch weiter zu erhöhen, setze man Schritt für Schritt verschiedene Massnahmen um. «80 Prozent der Kaderstellen sollen mit Hinweis auf die Möglichkeit zu Teilzeit ausgeschrieben werden», sagte Christiane Brunner, SBB- Verwaltungsrätin, in einem Interview mit der «SBB-Zeitung».

Eine weitere Idee sei, einen so genannten Wiedereinstiegspool zu gründen. Frauen, die sich nach einer Mutterschaft eine Rückkehr vorstellen könnten, würden so in Kontakt mit der SBB bleiben, führte Brunner aus.

Zudem soll die Kinderbetreuung ausgebaut und alljährlich ein Geschlechter-Bericht veröffentlicht werden. Die SBB baut weiters ein sogenanntes «Kompetenz-Center Gender-Management» auf, dass die geplanten Massnahmen koordinieren und diese aktiv an den Arbeitsplätzen umsetzten soll. Zu den Kosten der Strategie konnte Sprecher Christian Ginsig keine Angaben machen. 

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