Vergessliche SBB-Lokführer: Erneute Durchfahrt

SBB-Peinlichkeiten am laufenden Band: Am vergangenen Dienstagabend 11. August 2009 fuhr der Interregio-Zug von Basel Richtung Olten in Gelterkinden erneut durch, obschon ein Halt vorgesehen ist und zahlreiche Fahrgäste aussteigen wollten. Betroffen war diesmal der Doppelstöcker Zug IR 2475, der Basel um 17.17 Uhr verlässt.

Nach Informationen von OnlineReports hielt die Komposition unplangemäss in Tecknau an, wo der Zug laut einem Augenzeugen "eine grosse Menge Leute ausspuckte", die das Vergnügen hatte, mit dem nächsten Regionalzug nach Gelterkinden zurückzufahren. Die Lautsprecher auf dem Perron blieben still: Keine Angabe über Rückfahrmöglichkeiten und Abfahrtszeiten.

In den vergangenen Wochen kam es gleich serienweise zu fehlerhaften Durchfahrten in der Gemeinde Gelterkinden, die traditionell über einen Interregio-Halt verfügt. Intern waren die Lokführer laut Informationen von OnlineReports über die Pannen-Serie informiert und an die Bremsbetätigung vor Gelterkinden erinnert worden. Ein Lerneffekt ist bisher aber nicht spürbar.

 

 

 

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Züge fahren durch oder halten auf dem Schotter.

Szenen, wie sie Walt Disney ausgedacht haben können, spielten sich heute Montagmorgen auf dem Bahnhof Gelterkinden ab, wo zahlreiche Fahrgäste auf den "Interregio"-Zug (Abfahrt 7.23 uhr ) warten. Um 7.20 Uhr erfolgte die Durchsage, der Zug erhalte wegen eines Lokomotiv-Defekts 15 Minuten Verspätung. Die Passagiere wurden gebeten, die nächstens folgende S3 zu benützen. Um 7.36 Uhr folgt die Lautsprecher-Ankündigung: "Einfahrt des verspäteten 'Interregio' nach Sissach-Liestal-Basel."

Es folgt jedoch keine Einfahrt des verspäteten Zuges, sondern die Durchfahrt eines TGV nach Basel. Staunen um 7.45 Uhr: Ein "Interrregio" nähert sich aus Olten dem Gelterkinder Bahnhof – und fährt in vollem Tempo durch, nahezu leer. Aus dem Lautsprecher ertönte weder eine Erklärung noch eine Entschuldigung. Mit gut einer halben Stunde Verspätung betraten die "Interregio"-Benützer um 7.59 Uhr die S3 Richtung Liestal-Basel.

Vollbremsung und Halt im Schotter
Bahnbetrieb wie im Comic ist nicht neu im Bahnhof Gelterkinden. Am Montag, 29. Juni fuhr der "Interregio" (Abfahrt Basel 19.17 Uhr) in Gelterkinden vorbei und hielt erst in Tecknau. Einzige offizielle Durchsage: "Aus verschiedenen Gründen war es uns nicht möglich, in Gelterkinden anzuhalten." Keine genaue Begründung, keine Entschuldigung. Es folgte an die verdutzten Passagiere einzig der Hinweis auf die S3 von Olten, die Richtung Gelterkinden zurückfährt.

Nur zwei Tage später, am Mittwoch 1. Juli. Der Interregio (Basel ab 18.17 Uhr), der in Gelterkinden Halt machen sollte, fährt ungebremst am Landi-Silo kurz vor dem Bahnhof vorbei. Nach Ertönen der automatischen Durchsage ("Nächster Halt Gelterkinden") leitet er eine Vollbremsung ein. Rund die Häfte des Zuges, so ein betroffener Passagier zu OnlineReports, kommt erst nach der Bahnhof-Passage im Schotter zum Stehen. Die Türen der Wagen in der Schotter-Zone bleiben geschlossen, es erfolgt keine Durchsage, über die hintersten Wagen auf das Perron auszusteigen.

SBB: Kunden-Info "suboptimal"
SBB-Mediensprecher Reto Kormann sagte zu OnlineReport zur heutigen Zugsdurchfahrt, die Lokomotive habe in Nebikon LU wegen eines Defekts evakuiert werden müssen. Dass die Lautsprecherdurchsage fälschlicherweise die verspätete und anschliessend die unmittelbar bevorstehende "Einfahrt" des Zuges ankündigte, sei "gelinde gesagt suboptimal", wie er einräumte. Kormann machte geltend, dass die SBB-Lokomotivführer täglich 170'000 Halte einlegten. Durchschnittlich alle zwei bis drei Tage komme es zu einem Fall von "Haltestelle-vergessen". Kormann verwies auf die neue "Interregio"-Haltestelle Winigen BE, die bisher nur durch Lokalzüge bedient wurde und kürzlich auch von unbeabsichtigten "Durchfahrten" betroffen war. Hier habe offenbar die "Macht der Gewohnheit" des "Interregio"-Lokführers eine Rolle gespielt.

Wenn in Gelterkinden innerhalb von zwei Wochen gleich dreimal von gänzlichen oder teilweise verpassten Schnellzugs-Halten betoffen war, dann scheinen sich die statistischen Zufälle an diesem Bahnhof doch verdächtig zu häufen. Dem Image der SBB dienlich jedenfalls sind sie nicht. Und es ruft sich unweigerlich Mani Matters Lied "vo de Bahnhöf, wo de Zug gäng scho abgfahre-n-isch oder nonig isch choh" in Erinnerung.

 

 

SBB-Interregio-Pannen: Erneut Durchfahrt statt Halt

Die Peinlichkeits-Serie der SBB auf der Strecke Basel-Olten geht weiter: Heute Mittwochabend fuhr ein Interregio-Zug (Basel ab: 18.17 Uhr) in Gelterkinden erneut durch, obschon ein fahrplanmässiger Halt vorgesehen ist.

 

Der Lokomotivführer hatte dies aber offensichtlich vergessen. Folge: Er musste auf dem Bahnhof Tecknau einen unplanmässigen Halt einlegen und die zahlreichen Passagiere, die in Gelterkinden aussteigen wollten, bitten, mit der nächsten S3 (Abfahrt 18.55 Uhr) nach Gelterkinden zurückzufahren. Mit "glühenden Köpfen" seien die betroffenen SBB-Kunden auf dem Tecknauer Perron gestanden, während das SBB-Informationssystem beharrlich geschwiegen habe.

Der Image-Killer "Nächste Durchfahrt: Gelterkinden" hat Tradition: Innerhalb des letzten Monats gab es gleich mehrere Züge, die den Halt in der Oberbaselbieter Zentrumsgemeinde ganz oder mindestens teilweise verpassten.

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