SBB rekrutieren Personal an den Hochschulen

Die SBB wollen ab Ende August elf Studenten als Zugchefs einsetzen. Die Eisenbahnergewerkschaft SEV schüttelt nur den Kopf.

Dazu bildete sie sieben Männer und vier Frauen aus. Sie kommen vor allem in der Nacht auf dem Zürcher S-Bahn-Netz zum Einsatz – allerdings immer mit erfahrenen Partnern. Es würden nie reine Studententeams eingesetzt, bestätigte SBB- Sprecher Alessandro Malfanti eine Meldung der «NZZ am Sonntag». Aufgabe der Zugchefs ist es, die Fahrausweise zu kontrollieren, die Passagiere zu informieren sowie das Ein- und Aussteigen zu beaufsichtigen.

Die Studenten wurden während zwei Monaten für ihre Aufgabe ausgebildet, wie Malfanti sagte. Der Stoff sei der Gleiche wie für reguläre Zugchefs, aber die Dauer der Ausbildung sei komprimiert worden. Zudem nahmen die SBB Rücksicht auf die Agenden der Studenten und verlegte die Ausbildung in die Semesterferien. Die Studenten hatten die SBB im Winter mit einem Inserat gesucht. Darauf gingen rund 50 Bewerbungen ein; mit elf Bewerbern kam es zu einem Vertragsabschluss. Angestrebt hatten die SBB 20 Anwärter. Die Studenten werden regulär entlöhnt.

Gewerkschaft übt Kritik
Für die Eisenbahnergewerkschaft SEV ist die Rekrutierung weder nachhaltig noch gelinge es auf diese Weise, der Funktion mehr Prestige und Attraktivität zu verleihen, meint SEV-Sprecher Peter Moor gegenüber der «NZZ am Sonntag». Das Eintreiben von Zuschlägen führe immer wieder zu Auseinandersetzungen. Dem sei eine unerfahrene Person nicht gewachsen, sagt Moor.

Sind die Erfahrungen mit den Studenten jedoch positiv, werden die SBB im Frühjahr weitere Studenten anheuern. In den nächsten Jahren will das Unternehmen insgesamt 125 neue Stellen für Zugchefs schaffen, damit bis 2014 alle Fernverkehrszüge doppelt besetzt seien. Die Ausbildung für diese Reisezugbegleiter dauert ein Jahr.

Bereits im Jahr 2006 hatten die SBB Studenten gesucht - damals als Teilzeit-Lokführer und um den Mangel bei den Lokführern zu mildern. Der Andrang war gross. Heute fahren noch zwei der damals rekrutierten Studenten. 

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