Grünes Licht für Benedikt Weibels Privatbahn

Mit der Westbahn greift der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel die österreichische Staatsbahn ÖBB an. Gegenüber «10vor10» bestätigt Weibel erstmals: «Die Finanzierung der Westbahn steht, wir haben die Betriebskonzession erhalten». Erste Züge wurden bei Stadler Rail definitiv gekauft.

Bisher war die Finanzierung der österreichischen Privatzüge offen - jetzt zeigen Recherchen von «10vor10»: Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel hat die Finanzierung für die Westbahn AG sichergestellt.

«Die Finanzierung steht, wir legen los»
Weibel ist bei der privat finanzierten Westbahn AG Aufsichtsrats-Vorsitzender und kümmert sich selbst auch um Fragen des Designs und der Gestaltung der Züge. Weibel sagt gegenüber «10vor10»: «In Zeiten der Finanzkrise war ich erstaunt, dass wir vier Finanzierungsvarianten haben und jetzt eine realisieren können. Die Finanzierung der Westbahn steht, alles ist auf Gleis, um übernächstes Jahr loszulegen.»

Bestellung für 150 Millionen Franken bei Stadler Rail
Die private Westbahn kann somit ab Ende 2011 Züge im Stundentakt zwischen Wien und Salzburg fahren lassen. Damit konkurrenziert Weibel die österreichischen Bundesbahnen (ÖBB): Die Strecke Wien - Salzburg ist deren Paradestrecke, wie Bern - Zürich in der Schweiz. Mitte Juni hat Westbahn-CEO Stephan Wehinger beim Zugbauer Stadler Rail in Altenrhein (SG) den entscheidenden Vorvertrag unterschrieben, wie «10vor10»-Recherchen zeigen. Die Österreicher bestellen sieben moderne Doppelstockzüge für insgesamt 150 Millionen Franken. 

Weibels Kondukteure kontrollieren nicht nur die Billette
Zum Service in den neuen Zügen sagt CEO Wehinger: «Unsere Zugbegleiter machen den Ticketverkauf in den Zügen, servieren Kaffee und reinigen die Züge. Das ist neu in Europa und günstiger als normale Kondukteure.» Die österreichische Eisenbahngewerkschaft vida begrüsst die Westbahn als Konkurrentin zu den ÖBB – auch weil Weibels Privatbahn gegenüber der Gewerkschaft vida zugesichert hat, sich an in Österreich üblichen Löhne zu halten.

 

   Video 10vor10

 

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