Der französiche Zugbauer Alstom will expandieren

Die Franzosen setzen nun verstärkt auf Österreich

Der französische Infrastruktur-Konzern Alstom will auf dem österreichischen Markt stärker Fuss fassen. Zwar gibt es das eine oder andere Vorzeigeprojekt wie etwa bei der Montafonerbahn, in wirklich grossem Umfang konnte man bisher freilich keine Aufträge für Züge, Straßenbahnen oder Eisenbahntechnik an Land ziehen. "Wir möchten uns in dieser Hinsicht gern verbessern", sagt Phillipe Mellier, Chef der Alstom-Transportsparte. Traditionell seien die globalen Mitbewerber Siemens und Bombardier hierzulande extrem stark vertreten. "Österreich ist sehr schwer zu bearbeiten." In Deutschland hingegen ist man gut unterwegs, rund die Hälfte der Regionalzüge stammt mittlerweile dem Unternehmen zufolge von Alstom.

Grosse Hoffnungen setzten die Franzosen auf eine Ausschreibung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) für Eisenbahnsignaltechnik. Es geht dabei um das – europaweit einheitliche – European Train Control System (ETCS), wobei ETCS-Geräte sowohl auf den Strecken als auch in den Zügen angebracht werden. Dem Vernehmen nach soll Alstom bei den Strecken leer ausgegangen sein, die ETCS-Ausschreibung für die Züge läuft jedoch noch und könnte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Das Volumen des noch zu vergebenden ÖBB-ETCS-Auftrags beläuft sich auf 50 bis 100 Millionen Euro.

Wachsende Branche
Die Franzosen erwarten global einen stabilen bis leicht wachsenden Infrastrukturmarkt. Insbesondere die Staatspläne, aufgrund der Krise Schienenprojekte vorzuziehen, wirkten sich positiv aus, so Mellier.

Alstom war 2004 vom damaligen Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy gegen Widerstand aus Berlin und Brüssel mit einer Milliardenhilfe gerettet worden. Mit seinen Hochgeschwindigkeitszügen (AGV/TGV) und klassischen Zügen sowie Kraftwerksanlagen ist Alstom derzeit weltweit gut im Geschäft. Zuletzt punkteten die Franzosen mit Aufträgen für den Neigezug Pendolino in Grossbritannien und dem AGV in Italien, U-Bahnen in Nordamerika und Regionalzügen in Australien. Dazu kam die Ausrüstung von Gaskraftwerken in Europa, Asien und Afrika sowie Kernkraftwerken in China. Mit dem russischen Bahntechnikkonzern Transmashholding (TMH) wurde eine Partnerschaft geschlossen. Alstom erwarb die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie an TMH.

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