Die Vinschgerbahn feierte Geburtstag

Ein Geburtstag erzählt immer eine Geschichte. Bei der 4. Geburtstagsfeier am 02. Mai 2009 stand die jüngste Vergangenheit der Vinschgerbahn im Mittelpunkt. Dass bei dieser Festlichkeit vorwiegend deren Erfolgsgeschichte im Vordergrund stand, versteht sich wohl von selbst. Mitglieder der Heimatbühne Kastelbell-Tschars in teils historischen Gewändern, der Verein Animativa (Verein zur Förderung der Zirkuskunst) und der Historiker Johannes Kofler sorgten für die Highlights, Abwechslung und Unterhaltung. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze von der Musikkapelle Kastelbell.

Der Geburtstag der Vinschgerbahn wird seit deren (Wieder)Inbetriebnahme am 5. Mai 2005 jährlich in einer anderen Gemeinde gefeiert. Heuer war die Gemeinde Kastelbell-Tschars mit der Ausrichtung an der Reihe. Auf dem Bahnhofsgelände in Kastelbell herrschte trotz des zuweilen lästigen „Oberwindes“ reges Festtreiben. Der Vizebürgermeister Reinhard Verdross moderierte die Feier und sorgte für deren reibungslosen Verlauf. Die Liste der politischen Prominenz hielt sich in Grenzen (na, ja, außer den Europawahlen finden heuer ja keine wichtigen Wahlen statt). Gekommen waren vorwiegend Vinschger Politiker, wie Landesrat und SVP-Parteiobmann Richard Theiner, Senator Manfred Pinzger, der Gemeindenchef und Landtagsabgeordnete Arnold Schuler, der Laaser Bürgermeister Andreas Tappeiner, gleichzeitig auch Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau. Neben diesen Persönlichkeiten hieß Bürgermeister Josef Alber als Hausherr auch Paul Stopper vom Amt für Energie und Verkehr in Graubünden, den ehemaligen Landtagsabge­ordneten Robert Kaserer (ein unermüdlicher Kämpfer für die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Eisenbahn), die Altbürgermeister Walter Weiss (Naturns) - Präsident der Freunde der Eisenbahn - und dessen ehemaligen Amtskollegen Herbert Gapp aus Prad, die Gemeindereferenten und Gemeinderäte von Kastelbell-Tschars und die Vertreter der verschiedenen Vereinigungen herzlich willkommen.

Durchwegs mit Lobeshymnen bedachten die Ehrengäste die Vinschgerbahn, die als Süd­tiroler Vorzeigemodell im Personenverkehr alle Erwartungen übertroffen hat. „Heute wäre es erheblich schwieriger, ein solches Projekt zu bewerkstelligen,“ meinte Richard Theiner und freute sich, dass die Gemeinden des Tales voll hinter der Bahn stehen. Die zum Teil nach wie vor vorhandenen Probleme und Missstände wurden kaum erwähnt, das Kritisieren überlässt man wahrscheinlich lieber den Pendlern, die sich tagtäglich über Unzulänglichkeiten ärgern müssen!

Historisches
Der Historiker Johannes Kofler aus Tschars blätterte in den Annalen der Südtiroler Bahngeschichte und brachte dabei einige interessante Details und Anekdoten zu Tage. Angefangen von der Inbetriebnahme der Brennerbahnlinie (1867) und der Vinschgerbahn (1906), den großen Defiziten und wirtschaftlichen Auswirkungen erwähnte er dabei auch die Klassifizierung der Bahnhöfe, die seinerseits eingesetzten Zugtypen und den ehemals geplanten Weiterbau der Bahn in Richtung Landeck.

Sketsch und Spiele
Bei einem Sketsch stellten Mitglieder der Heimatbühne Kastelbell-Tschars (teilweise) in Kleidungen aus dem Jahre 1906 eine Zugfahrt von Plaus nach Laas mit dem Präsidenten der Eisenbahnfreunde als Zugführer dar. Auf ihre Kosten kamen auch die Kinder und Jugendlichen durch das breite Angebot an Spielen und sonstigen Attraktionen des Vereines Animativa.

Spenden für ­Erdbebenopfer gesammelt
Neben der Anwerbung von Neumitgliedern für den Verein „Freunde der Eisenbahn“ wurden auch Spenden für die Erdbebenopfer in L’Aquila ge­sammelt. An dieser Stelle bedanken sich die Initiatoren dieser Aktion bei der Bevölkerung für die Unterstützung. Das Geld, insgesamt 224 Euro, wird der Caritas für die Erdbebenopfer überwiesen.

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