Die Badner Bahn will ab 2010 bis nach Salzburg fahren

- Rätselraten um Auftrageber und Marke "Fair Train"
- Lokalbahnen  hoffen auf grünes Licht von den ÖBB

Schon ab März kommenden Jahres könnte die Badner Bahn die Strecke Wien-Salzburg bedienen und damit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Konkurrenz machen. "Wir planen, im Drei-Stunden-Takt zu fahren", sagt Robert Hierhold, Sprecher der Wiener Lokalbahnen, der "Wiener Zeitung". Insgesamt sollen zwei Züge mit jeweils fünf bis sechs Waggons auf der Westbahn verkehren, die Garnituren werden mit der Marke "Fair Train" versehen sein.

"Wir übernehmen als Dienstleister die Traktion für einen Auftraggeber." Wer dahinter steckt, wollen die Wiener Lokalbahnen nicht verraten. Nur soviel: "Es ist ein privates inländisches Unternehmen." Dass die niederländische Bahn der geheimnisvolle Kunde wäre, dementiert Hierhold.

Dem Vernehmen nach soll kein Konsortium, sondern ein Einzelgesellschafter Eigentümer der Marke und mithin zukünftiger ÖBB-Mitbewerber sein. Die Rail Holding, ein neu gegründetes Unternehmen des Bauunternehmers Hans-Peter Haselsteiner und des Ex-ÖBB-Personenverkehrsvorstands Stefan Wehinger, hat zuvor Gerüchte zurückgewiesen, wonach sie etwas mit "Fair Train" zu tun habe.

Entscheidung in den kommenden Wochen
Um die Trassen ist bereits bei der zuständigen ÖBB-Betrieb-AG angefragt worden, die Entscheidung erwarten die Wiener Lokalbahnen für die nächsten Wochen. Man werde die Sache "wohlwollend prüfen", hieß es aus den ÖBB. Der Antrag der Lokalbahnen sei hinterlegt worden, allerdings müsse noch kontrolliert werden, ob das Wagenmaterial den Sicherheitsbestimmungen entspreche.

Hierhold betont, dass sich Stadtwerke-Chefin Gabriele Payr – sollte die Trassenzuteilung tatsächlich erfolgen – als ÖBB-Aufsichtsrätin zurückziehen werde, um eine etwaige Unvereinbarkeit mit anderen Ämtern zu vermeiden. Payr sitzt derzeit sowohl im Aufsichtsrat der Wiener Lokalbahnen als auch im Kontrollgremium des ÖBB-Personenverkehrs.

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