Riesiges Kraftwerk für die ÖBB im Bundesland Salzburg

Der Grossteil des Stroms für die ÖBB kommt aus Uttendorf. Jetzt bauen die ÖBB dort noch ein Kraftwerk für 168 Millionen Euro.

Nach zweijähriger Arbeit haben die ÖBB die Planungen für das Grosskraftwerk Tauernmoos im Stubachtal bei Uttendorf abgeschlossen. Projektleiter Walter Kühner hat vergangene Woche die Gemeindevertretung informiert.

Die ÖBB bauen zwischen Weißsee und Tauernmoossee auf 2000 Metern Seehöhe ein Pumpspeicherkraftwerk in den Berg. Das Kraftwerk nutzt das Gefälle zwischen den beiden Seen zur Stromerzeugung und hat 130 Megawatt Leistung.

Kühner hofft, dass der ÖBB-Vorstand im Frühsommer den Baubeschluss fasst. Im August oder September sollen die Unterlagen für die Umweltverträglichkeits-prüfung (UVP) eingereicht werden. Die UVP dauert sechs bis acht Monate. Ende 2010 oder 2011 starten die Bauarbeiten, die drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen.Die Kosten schätzt Kühner derzeit auf 168 Millionen Euro.

Ursprünglich wollten die ÖBB schon 2009 mit dem Bau starten. In der Phase der Hochkonjunktur vor der Finanzkrise entschloss man sich wegen der hohen Preise auf dem Bau – unter anderem für Stahl – alles umzuplanen. Statt Bahnstrom mit 16,7 Hertz wird nun normaler 50-Hertz-Strom erzeugt. 16,7-Hertz-Anlagen sind wegen der geringen Zahl an Anbietern wesentlich teurer und außerdem drei Mal so groß wie 50-Hertz-Anlagen. Das hätte höhere Kosten für die Kaverne und für den Ausbau der Zufahrtsstraße bedeutet.

Der 50-Hertz-Strom wird im Kraftwerk Uttendorf im Tal zu Bahnstrom umgewandelt. Dorthin wird vom Tauernmooskraftwerk ein 18 Kilometer langes 110-kV-Erdkabel verlegt. Es kostet etwa eine Million Euro pro Kilometer. Für den Anschluss an das öffentliche Netz im Tal wird nun auch ein Umspannwerk gebaut.

Für das Kraftwerk werden insgesamt 3200 Meter Stollen gesprengt. Unter anderem ein 400 Meter langer Fluchtstollen in das benachbarte Weißseebachtal. „Wir haben bereits einen 240 Meter langen Erkundungsstollen angelegt“, sagt Kühner. „Die Geologie ist sehr günstig.“

Die Vorbereitung der UVP dauerte fast zwei Jahre. Über 30 Gutachten waren laut Kühner nötig. Das Kraftwerk ist nur einen Kilometer vom umstrittenen Tauernmooslift entfernt, den der Hotelier Wilfried Holleis bauen will. Im Unterschied zu Holleis sind die ÖBB bisher auf keine Widerstände getroffen. Das EU-weit streng geschützte rotsternige Blaukehlchen hält sich im Bereich des Kraftwerks nicht auf. Als Ausgleichsmaßnahme wird die ÖBB unter anderem den Steinbruch östlich des Tauernmoossees auffüllen, welcher in den 60er-Jahren beim Bau der Staumauer entstanden ist.

Die ÖBB erzeugen nicht ganz 60 Prozent des Stroms, den sie benötigen, selbst. Etwa zwei Drittel der Eigenerzeugung kommen aus Uttendorf. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Best Juicer (Samstag, 13 April 2013 10:45)

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