Koralm-Bahn: Der Fluss Lavant wird teilweise verlegt

Für die Errichtung der Koralm-Bahnstrecke wird am Montag die Lavant auf 300 Meter Länge verlegt. Um eine neue Brücke im Trockenen bauen zu können, haben die ÖBB ein neues Flussbett errichtet.

Der Fluss gewinnt seinen natürlichen Charme zurück
Der ökologische Zustand der Lavant wurde als schlecht bewertet, weil etwa von den einst 20 Fischarten heute nur noch fünf nachweisbar sind. Außerdem wurde der Fluss wie mit einem Lineal begradigt und von etlichen Blockaden gequert.

Die Lavant gewinnt durch das Vorhaben der ÖBB - vorerst auf einem kleinen Teilstück - wieder an natürlichem Charme. Fischereiinspektor Wolfgang Honsig-Erlenburg bewertet dies als mittelfristige Chance: "Die Lavant wurde ja Anfang der 50er Jahre – von Wolfsberg flussabwärts - massiv reguliert. Man wird - bis hinauf nach Wolfsberg - bis 2010 Maßnahmen treffen müssen."

Geplante Eingriffe
Laut dem Experten sieht der nationale Wässerbewirtschaftungsplan vor, dass 28 Hektar Retensionsflächen, also Ersatzlebensraum für Amphibien, Vögel und Kleinstlebewesen geschaffen werden müssen. Ausserdem ist die Verlegung der Lavant - vorerst auf 300 Meter Länge und im kommenden Jahr auf insgesamt 1,5 Kilometer – geplant. 

Brückenbauarbeiten im Trockenen
Die ÖBB machen dies nicht uneigennützig, sagte Pressesprecher Christoph Posch gegenüber dem ORF Kärnten: "Die Gesamtkosten betragen 23 Millionen Euro. Im Bereich St. Paul entsteht der neue Intercity-Bahnhof Lavanttal und es werden auch große Brückenbauwerke errichtet – einerseits eine Straßenbrücke für die St. Pauler Landesstraße, andererseits eine neue Bahnbrücke über die Lavant, die dann schließlich die Zufahrt zum Korlamtunnel ermöglichen wird. Die Lavant-Umlegung ist dafür notwendig, damit wir die Brückenbauarbeiten im Trockenen durchführen können."

Fachmännische Überwachung der Arbeiten
Die Kärntner Seenforschung wird die Verlegung der Lavant begleiten und kontrollieren. Fische und Fischnährtiere aus dem alten Flussbett werden fachmännisch übersiedelt, ein Messcontainer zeichnet die Trübungen automatisch auf. Am Montagabend wird die Lavant dann schon um eine neue Serpentine reicher sein.

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