In Zürich wird der Stadelhoferplatz umgestaltet

Der Zürcher Stadelhoferplatz wird zur Grossbaustelle. Der Ersatz der Gleisanlagen und eine zweite Tramschleife führen zu intensiven Bauarbeiten. Kaum sind die Sanierung der Quaibrücke und die Behinderungen rund um die Euro 08 halbwegs vergessen, muss das Quartier beim Bahnhof Stadelhofen eine weitere Grossbaustelle verkraften: Gleisbauarbeiten und die Neugestaltung des Stadelhoferplatzes werden vor allem in den Sommerferien zu grossen Beeinträchtigungen führen. 

Die Forchbahn (Linie S18) am Stadelhoferplatz               Foto: Marcel Manhart

 

In den vergangenen 20 Jahren wurden die Verhältnisse rund um den Bahnhof Stadelhofen immer enger. Die Eröffnung der Zürichberg-Linie der S-Bahn im Jahr 2000 führte zu steigenden Passagierzahlen und zunehmenden Passantenströmen. Weil auch die Forchbahn ihre Kapazität erhöhte, kann es sogar vorkommen, dass die Trams der Linien 11 und 15 vor der Haltestelle beim Stadelhoferplatz kurz warten müssen, weil ihnen die roten Wagen der S 18 auf der Gleisschlaufe im Weg stehen.

Busse statt Trams
Da die Gleise und Werkleitungen im Bereich des Stadelhoferplatzes ihr Höchstalter von 30 Jahren erreicht haben, werden die bestehenden Gleisanlagen umfassend saniert. Gleichzeitig wird der Stadelhoferplatz neu gestaltet, und das Tram und die Forchbahn werden entflochten. Wie das städtische Tiefbauamt am Dienstag an einer Medienkonferenz mitgeteilt hat, wird rund um den Stadelhoferplatz eine zweite Gleisschlaufe gebaut. Die parallelen Gleisanlagen erlauben es, dass die stadteinwärts fahrenden Trams der Linien 11 und 15 künftig ebenfalls auf der Gottfried-Keller-Strasse verkehren können, während das Forchbahn-Trassee auf der gegenüberliegenden Seite weiterhin stadtauswärts führt. Neu wird sich die Haltestelle für die stadteinwärts fahrenden Trams vor dem Kino Arthouse Le Paris befinden.

Parallel zu den Sanierungsarbeiten muss das Wende- und Ersatzgleis auf dem heutigen Opernhaus-Parkplatz wegen des geplanten Parkings verlegt werden. Wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, ist geplant, mit den Arbeiten für das Parking im Frühsommer zu beginnen. Über das Projekt soll zu einem späteren Zeitpunkt orientiert werden. Die Arbeiten um den Stadelhoferplatz beginnen am Dienstag, 21. April 2009, nach dem Sechseläuten, und dauern bis Oktober 2009.

Viel Geduld und gute Nerven brauchen die Passagiere und vor allem die betroffenen Geschäftsinhaber während der Sommerferien, wenn die alten Gleise mit schweren Baumaschinen aus ihrem Betonbett herausgerissen und die neuen Gleisanlagen eingebaut werden müssen. Die Arbeiten in dieser intensiven, fünfwöchigen Bauphase werden im Zweischichtbetrieb an sieben Tagen pro Woche bewältigt. Am stärksten sind die Einschränkungen am Wochenende vom 11. und 12. Juli 2009, wenn zusätzlich die zweispurige Falkenstrasse für den Verkehr gesperrt werden muss.

 

Zugang zu Geschäften bleibt gewährt
Damit die Gleisarbeiten in dieser kurzen Zeitspanne durchgeführt werden können, müssen die Tramlinien 2, 4, 11 und 15 unterbrochen werden. Auf allen Linien kommen Ersatzbusse zum Einsatz. Die Forchbahn verkehrt während der Bauzeit ab einer provisorischen Haltestelle vor dem Café Mandarin an der Kreuzbühlstrasse.

Da die Auswirkungen der Euro 08 und die Sanierung der Quaibrücke im Bereich Stadelhoferplatz und Seefeldquartier zu einer nachdrücklichen Verstimmung zwischen der Stadt und den betroffenen Gewerbetreibenden geführt hatten, bemühten sich die Verantwortlichen dieses Jahr, so gut wie möglich auf die Wünsche der Betroffenen einzugehen. So wird auf eine Sperrung des Stadelhoferplatzes während der Bauarbeiten verzichtet, damit der Zugang zu den Geschäften gewährt bleibt.
Viehmarkt wird Stadtpark

Parallel zu den Gleisbauarbeiten wird der kleine Park am Stadelhoferplatz aufgewertet. Die Anlage mit den mächtigen Platanen und dem markanten gusseisernen Springbrunnen wurde im 19. Jahrhundert vom Gartengestalter Theodor Froebel als Landschaftspark gestaltet. Zuvor hatte das Gelände als Viehmarkt gedient.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Stadt Zürich

Das Sanierungskonzept der Stadt sieht sanfte Eingriffe in die historische Parkanlage vor, die den ursprünglichen Charakter des Parks wieder besser zutage treten lassen sollen. Ein Teil der Bepflanzung und der Kiesbelag werden erneuert. Das Blumenwappen, der Brunnen und die stolzen Bäume bleiben jedoch bestehen. Nachts soll der Park nach dem städtischen Beleuchtungskonzept Plan Lumière in Licht getaucht werden. Zum Schutz der Trampassagiere werden zwei neue Wartehallen gebaut. Das heutige Velo-Chaos soll dank einem neuen Veloständer in Schranken gewiesen werden. Die Zahl der Veloabstellplätze wird jedoch nicht erhöht.

 

 

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