Di

24

Mär

2009

DVZO: Weichen für bahnhistorisches Zentrum gestellt

Historische Eisenbahnwagen erhalten ein Dach

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland kann von den SBB eine historische Perronhalle übernehmen. Die Halle ist zwar ein Geschenk, Transport und Installation kosten jedoch bis zu 3,5 Millionen Franken.

Bauma lockt jährlich Tausende Touristen an. Damit das so bleibt, erweitert der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) seine Attraktionen. Eine Zeitreise in die Jahre zwischen 1860 und 1915 wird immer realistischer. Zudem befährt der 1969 gegründete Verein die zwölf Kilometer lange Bahnlinie zwischen Bauma und Hinwil seit mehr als dreissig Jahren. Im Sommer wird, mit einer Bahnmeisterwerkstatt aus Wolfhausen, ein weiteres historisches Gebäude aufgestellt. Doch vorerst kommt nun eine passende Perronhalle von 1860 dazu. «Ziel ist ein bahnhistorisches Zentrum Bauma», sagt DVZO-Präsident Hugo Wenger.

Die Halle passt genau

Um 22.20 Uhr startete die Dampflok Ed 3/3 401 am Donnerstag in Bauma. Sechs Stunden später traf sie in Olten ein. Am Nachmittag transportierte sie im schmucken Wagen Gäste zum symbolischen Akt, wo die SBB dem DVZO die geschichtsträchtige Halle schenkten. Das wertvolle Kulturgut, der streng denkmalgeschützte Bauzeuge schweizerischer Eisenbahngeschichte, ist 100 Meter lang und 17 Meter breit. Mit einem Anbau, Kunststoffwellplatten und einer seitlichen Wand erscheint die Halle von aussen nichtssagend. Im Innern, zweckentfremdet, sind eine Sandstrahlerei sowie eine Schreinerei der SBB untergebracht.

 

Durch geplante Neubauten am Standort Olten werde die Halle überflüssig. Zudem passe sie bis auf zehn Zentimeter genau auf den vorgegebenen Platz in Bauma, sagen Daniel und Christoph Rutschmann von der Projektleitung. Planungsverfahren, Abklärungen mit der Gemeinde, dem Bundesamt für Verkehr und den SBB sind Geschichte, die Baubewilligung steht. An Betriebstagen, wenn auf den dreimal 100 Metern Gleise nicht die wertvollen Personenwagen «am Schärme» stehen, wird die Halle dazu genutzt, wozu sie vor 150 Jahren gebaut wurde: als Abfahrts- und Ankunftsort der Eisenbahn.

Obwohl die Halle ein Geschenk ist, kostet das Projekt zwischen 2,5 Millionen und 3,5 Millionen Franken. Es zieht sich voraussichtlich bis 2012/13 hin. Mit dem Spatenstich im Oktober beginnen die Tiefbauarbeiten für Fundamente und Gleise. Der Umzug der Halle, vermutlich per Bahn, ist frühestens für 2012 vorgesehen. Die dafür nötige Spendenaktion ist am Freitag angelaufen.

 

«Die Versetzung ist vertretbar»
Die ersten zwei Perronhallen im Zentralbahnhof Basel wurden von Ludwig Maring im Auftrag der damaligen Zentralbahn gebaut und 1860 in Betrieb genommen. Die eine steht seit 1905 als geschlossene Halle an der Hohlstrasse in Zürich.

 

Zur gleichen Zeit wurde die andere als Holzschuppen nach Olten verlegt. Sie geriet in Vergessenheit, bis sie durch Inventararbeiten vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde. Verschwunden sind der Dachreiter, die dekorativen Motive aus Schnitz- und Sägeschmuck an der stirnseitigen Fassade, geblieben sind die hölzerne Fachwerkkonstruktion, die verzierten Gusseisenverbindungen und die Holzsäulen. Vom denkmalpflegerischen Aspekt her wäre es besser, die Halle in Olten zu belassen, «aber die Versetzung lässt sich vertreten», betonte Dorothee Huber von der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege.

 

 

Spenden auf das PC-Konto 80-151-4 der Zürcher Kantonalbank 8010 Zürich zugunsten CH47 0070 0110 0018 9669 7 DVZO, Vermerk: Historische Bahnhofhalle Bauma.                                        Infos www.dvzo.ch 

 

 

 

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