Di

17

Mär

2009

Unterschiedliche Taktsysteme von Kärnten und Südtirol: Drei Minuten fehlen zum Umsteigen

Für die Beschwerdestelle des Verkehrsministeriums sind drei Zugverbindungen in Lienz eine „Zumutung“. Die ÖBB stellen Fahrplanänderungen in Aussicht.

Wer mit dem Zug aus Wien um 14.09 Uhr in Lienz ankommt und Richtung Südtirol weiterfahren will, hat Pech. Der Anschlusszug nach Innichen hat den Bahnhof bereits drei Minuten vorher, um 14.06 Uhr, verlassen – streng nach Taktfahrplan, der seit Dezember 2008 gilt.          Foto: Brunner

Wartezeit auf den nächsten Zug: 57 Minuten.

Das gleiche gilt für die Verbindung in die Gegenrichtung, nach Wien. Am Wochenende ist sogar eine dritte Verbindung von der Drei-Minuten-Falle betroffen.

„So etwas darf nicht vorkommen. Das ist eine Zumutung für die Fahrgäste“, kritisiert Gerhard Sailer von der Beschwerdestelle des Verkehrsministeriums. Er reagiert damit auf einen Brief eines empörten Bahnbenützers. Sailer: „Man muss wissen, dass dieser Zug in Spittal etliche Minuten Aufenthalt hat. Warum kann man das nicht dafür nutzen, die fehlenden drei Minuten in Lienz auszugleichen?“

Die ÖBB wollen diese Kritik nicht so einfach hinnehmen. „Wir wissen, dass das keine Ideallösung ist. Würden wir die Abfahrszeit ändern, wäre der Stundentakt auf dieser Strecke nicht mehr gegeben. Nach diesem Takt richten sich ja auch die Busse, die vom Bahnhof wegfahren“, erklärt ÖBB-Pressesprecher René Zumtobel.

Die unterschiedlichen Taktsysteme von Kärnten und Südtirol, die in Lienz zusammentreffen, ließen sich nicht so einfach unter einen Hut bringen, so der Pressesprecher. Mit der nächsten Fahrplanänderung im Winter könnte aber eine Lösung für das "Drei-Minuten-Problem" kommen.

Dem Grossteil der Osttiroler und Oberkärntner scheint jedoch der neue Taktverkehr zu gefallen. Seit Dezember gab es Fahrgastzuwächse von rund 50 Prozent auf dieser Strecke!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0