Sa

14

Mär

2009

Gesamtverkehrskonzept für Feldkirch einstimmig angenommen

Als Richtschnur für die Verkehrspolitik der Stadt Feldkirch in den nächsten 10 bis 15 Jahren wurde in zweijähriger Arbeit das neue Gesamtverkehrskonzept entwickelt und am Dienstag von der Stadtvertretung einstimmig verabschiedet.

1985 wurde in Feldkirch ein "Generalverkehrsplan" erarbeitet, auf dessen Basis in den letzten zwei Jahrzehnten eine Reihe von wichtigen und zukunftsweisenden verkehrspolitischen Entscheidungen getroffen worden. Unter anderem:
- Die damals heftig umkämpfte Einführung der Parkplatzbewirtschaftung
- Die Einrichtung der Fußgängerzone der Innenstadt
- Die Verkehrsberuhigung in vielen Wohnstraßen 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:

Amt der Stadt Feldkirch 

 

Mehr als 20 Jahre nach dessen Beschlussfassung wurde im Sommer 2007 mit der Überarbeitung dieses Generalverkehrsplanes begonnen. Das neue Gesamtverkehrskonzept Feldkirch, so das erklärte Ziel, sollte aufzeigen, in welche Richtung sich das Verkehrsgeschehen in den nächsten 10 - 15 Jahren entwickeln soll. Mit der Leitung des Prozesses wurde eine Arbeitsgemeinschaft zweier renommierter Schweizer Verkehrsbüro beauftragt. ("mrs. Müller, Romann und Schuppisser ,Zürich" und "Büro für Mobilität AG", Bern).

 

Um eine qualifizierte Bürgerbeteiligung zu erreichen, wurde eine "Begleitgruppe" installiert. Engagierte freiwillige FeldkircherInnen, Vertreter politischer Parteien und verschiedene geladene Bevölkerungs- bzw. Interessensgruppen übten in dieser Begleitgruppe im Rahmen von drei großen Mobilitätskonferenzen maßgeblichen Einfluss auf die Resultate des Planungsprozesses aus.
So wurde ein umfassendes Bündel an Maßnahmenbereichen ausgearbeitet und zu einem Bericht zusammengefasst. Dieser Schlussbericht zum Gesamtverkehrskonzept ist in Mappenform aufgebaut, damit deutlich wird, dass es sich um ein "lebendiges" Dokument im Hinblick auf einen über Jahre laufenden Prozess handelt. Ergänzungen und Aktualisierungen sollen jederzeit möglich sein.

 

Zielsetzungen
Das nun vorliegende Gesamtverkehrskonzept soll ein für Politik und Verwaltung verbindliches Arbeitsinstrument sein, aufgrund dessen die verkehrsplanerischen und verkehrspolitischen Aktivitäten der nächsten Jahre konzipiert und koordiniert werden. Mit dem Gesamtverkehrskonzept wird die Grundlage für ein sinnvolles, koordiniertes und nachhaltiges Vorgehen bezüglich Verkehrsplanung und Verkehrspolitik gelegt.

Das Gesamtverkehrskonzept formuliert eine ganze Reihe an unterschiedlichen Zielsetzungen, um das Verkehrsaufkommen verbessert abzuwickeln und attraktive Rahmenbedingungen für die Alternativen zum eigenen Auto zu schaffen. In den jeweiligen Handlungsfeldern werden diese Maßnahmen weiter konkretisiert.

 

Für Radfahrer und Fußgänger
Ein flächendeckendes, sicheres und auch möglichst direktes Netz an Radrouten soll dazu einladen, möglichst viele Wege mit dem Rad zurück zu legen: innerhalb der Wohngebiete, von den Wohngebieten in die Innenstadt, zum Bahnhof, zur Arbeit, zum Einkaufen. Wege für Fußgänger sollen attraktiv gestaltet sein, um zu Fuß gehen angenehm zu machen.

 

Attraktives Busangebot
Feldkirch verfügt bereits über ein sehr gutes Stadtbusangebot, das im Jahr 2008 rechnerisch schon von annähernd sechs Millionen Fahrgästen genutzt wurde. Tendenz steigend. Das Gesamtverkehrskonzept sieht einen weiteren Ausbau vor:

 

Bahn als Rückgrat stärken
Die Bahn als Rückgrat im Angebot des Öffentlichen Verkehrs soll gestärkt werden. Bestehende Bahnhaltestellen in Altenstadt, Gisingen, Tisis und Amberg sollen aufgewertet und gleichzeitig optimal mit dem Einzugsbereich verknüpft werden. Eine weitere Haltestelle in Tosters soll geprüft werden. Das Angebot der ÖBB soll insbesondere zwischen Feldkirch und Liechtenstein verdichtet werden.
Diese Interessen will die Stadt Feldkirch bei Land und ÖBB mit Nachdruck einbringen. Gleiches gilt für die Prüfung einer Bahn-Südeinfahrt.

 

Motorisierter Verkehr
Den motorisierten Verkehr gilt es, bestmöglich gut abzuwickeln. Der Durchzugsverkehr soll soweit möglich außerhalb der Stadt vorbei geführt werden, Schleichverkehr soll unterbunden und auf übergeordneten Straßen geführt werden. Die Belastungen für Anrainer möglichst gering gehalten werden. Berufspendler sollen animiert werden, bei ihrem Weg zur Arbeit auf den ÖPNV umzusteigen.

 

Mobilitätsmanagement
Information zu Angeboten wie Car-Sharing oder Fahrgemeinschaften sollen das Ein- und Umsteigen erleichtern. Der Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal bietet bereits eine ganze Reihe solcher Angebote. Das breite Spektrum, des Mobilitätsmanagements soll laut Gesamtverkehrskonzepts künftig Schritt für Schritt erweitert werden.

Bürgerinformation
Nach der Beschlussfassung durch die Stadtvertretung wird mit einer Bürgerinformationsveranstaltung am 24.März 2009 im Montforthaus eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit über die wesentlichen Inhalte des Gesamtverkehrskonzeptes gestartet.

 

 

Überwältigende Zustimmung für Bestvariante Feldkirch-Süd

 

Mit 31:5 Stimmen fand das Ergebnis des im Herbst 2005 gestarteten transparenten Planungsprozesses "Verkehrsplanung Feldkirch Süd", in der Feldkircher Stadtvertretung eine überwältigende Mehrheit. 

Nach unzähligen Expertenrunden, zehn großen Informationsveranstaltungen, Berechnungen, Diskussionen und Planungen liegt in Sachen "Südumfahrung" jetzt ein Lösungsvorschlag vor, von dem sich die große Mehrheit der Stadtpolitiker eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation in der Innenstadt, aber auch eine nachhaltige städtebauliche Entwicklungsmöglichkeit verspricht.

 

Am Dienstag, 10. März 2009, wurde in der Sitzung der Feldkircher Stadtvertretung über die Ergebnisse der im Herbst 2005 gestarteten "Verkehrsplanung Feldkirch Süd" beraten und abgestimmt. "Die Intensität der Beratungen und die Qualität der Ergebnisse stimmen mich sehr zuversichtlich", bekannte Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold schon bei der traditionellen Pressekonferenz vor der Sitzung. Tatsächlich stimmte die Stadtvertretung am Abend mit überwältigenden 31 gegen 5 Stimmen dafür, dass der Landesregierung die "Bestvariante 5.3" zur Umsetzung empfohlen wird.

 

Diese Bestvariante sieht einen unterirdischen Kreisverkehr und vier Tunnelarme mit Portalen in der Felsenau, in Tisis, im Bereich Innenstadt/Duxgasse sowie im Betriebsgebiet Tosters vor. Die Gesamtlänge der Tunnelarme beträgt 3470 Meter. (vgl. Achraintunnel: 3340 Meter). "Deren Bau wird die Mobilität in der Stadt Feldkirch zusammen mit den Vorhaben gemäß dem neuen Gesamtverkehrskonzept in den nächsten Jahren massiv positiv verändern", so Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold.

Die "Variante 5.3" zeichnet sich im Vergleich mit den anderen Straßenvarianten dadurch aus, dass
- die Senkung der verkehrsbedingten Belastungen (Luftschadstoffe und Lärm) hoch ist,
- die Schutzgebiete wie das "Frastanzer Ried" unberührt bleiben, und
- sowohl die Feldkircher Altstadt, als auch
- das Landeskrankenhaus und
- die Siedlungs- und Betriebsgebiete verbessert an das hochrangige Straßennetz angebunden sind.

Zur Sicherstellung einer nachhaltigen Entlastungswirkung wurden auch umfangreiche Begleitmaßnahmen zur "Bestvariante 5.3" im bestehenden Straßennetz erarbeitet. Diese Begleitmaßnahmen sind fixer Bestandteil des Gesamtkonzeptes.

 

Strassenbau unverzichtbar
Untersucht wurde im Rahmen des Prozesses auch, ob die Entlastungsziele auch durch neue ÖPNV-Angebote und ohne neuen Straßenbau erreicht werden könnte. Dies ist aber für den Bereich Innenstadt und Tisis nicht möglich, wie der mit dieser Frage befasste Experte DI Gerald Röschel bestätigte. Hier bringt die Variante 5.3 Entlastungswirkungen von 30 bis 40 Prozent (Innenstadt) bzw 60 bis 70 Prozent (Tisis): Die Varianten 0+ können die Innenstadt dagegen nur um 10 Prozent entlasten.

Neue Bahn bleibt Thema

Bgm. Berchtold betonte aber, dass die Variante 5.3 keine Entscheidung gegen die in der Variante o+ aufgezeigten Visionen für die Bahn der Zukunft sei. "Wir setzen wir auf Straßenbau UND Bahn", so Berchtold bei der Pressekonferenz.
Zwingender Bestandteil des Lösungsvorschlages "5.3." sind auch begleitende Maßnahmen wie die weitere Forcierung des Öffentlichen Nahverkehrs und der Sanften Mobilität.


Die Landesregierung wird ersucht, diese Variante 5.3 so zu realisieren, dass die ebenfalls weiter zu verfolgende Zukunftslösung für die Bahn mit einer Südeinfahrt und Haltestellen im unmittelbaren Bereich der Innenstadt nicht behindert wird. Die Kosten für die Variante 5.3 werden mit 160 Millionen Euro angegeben.

Baubeginn 2013 möglich
Sobald die Landesregierung Grünes Licht gibt, werden die weiteren Planungen und die Vorbereitung für die notwendigen Behördenverfahren getroffen. Ein Baubeginn könnte dann schon in vier Jahren, also 2013 erfolgen.

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