Das Ende vieler Reisen im Jahr 2013?

Als ob es nicht schon genügend schlechte Nachrichten gäbe: Jetzt warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris vor einer Weltwirtschaftkrise 2013 wegen mangelnder Ölvorräte. 

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte IEA-Direktor Nobuo Tanaka: „Wir könnten auf eine neue Krise zusteuern, deren Ausmaß die gegenwärtige übertreffen könnte.“ Ursache dafür sei, dass große Ölkonzerne derzeit ihre Investitionen in neue Förderprojekte stoppten. „Wenn die Nachfrage wieder anzieht, könnte es zu einem Versorgungsengpass kommen. Wir prophezeien sogar, dass dieser Engpass 2013 eintreten könnte“, heißt es im SZ-Beitrag.

Experten sagen dem Bericht zufolge voraus, dass weltweit die Wirtschaft und damit die Öl-Nachfrage 2010 wieder anspringen. Bei einem Engpass würde der Ölpreis explodieren, was die Inflation antreibt – und damit das Weltwirtschaftswachstum bremsen könnte. Bei einem Öl-Engpass könnte der Ölpreis den Experten zufolge seinen bisherigen Höchststand vom Sommer 2008 noch übertreffen und bis zu 200 USD pro Barrel (159 Liter) erreichen.

Tanaka rief die Industriestaaten zu einer radikalen Wende in der Energiepolitik auf. Er bedauerte, dass wegen der Wirtschaftskrise auch die Investitionen in erneuerbare Energien und in Atomkraft zurückgingen.

Sollte Tanaka Recht behalten, dann erwartet die Geschäftsreisebranche in fünf Jahren eine gewaltige Umwälzung:

Viele Menschen und KMU werden sich Autofahren nicht mehr leisten können, sie sind dann auf öffentliche Verkehrsmittel bzw. die Bahn angewiesen. Die wird zumindest in Europa und Asien weitgehend mit elektrischem Strom betrieben, der aus erneuerbaren Energien erzeugt werden kann.

Schon heute ist Deutschland technisch und wirtschaftlich in der Lage, auf alternative Verkehrsmittel und Kraftstoffe umzusteigen, bewegt sich aber noch zu wenig, warnen Experten. Nichtsdeestotrotz werden vor allem Elektroautomobile einen Boom erleben. Ein ganz großer fehler der Verkehrspolitik in den zurückliegenden 50 Jahren wird deutlich: Das öffentliche Verkehrsnetz erreicht viele Menschen und Firmen auf dem flachen Land kaum. So hat z.B. die frühere Deutsche Bundesbahn den Riesenfehler begangen, das einst dichte Netz auf dem Land rigoros abzubauen und zu beseitigen. Bei einer schon in wenigen Jahren möghlicherweise eintretenden Ölkrise mit nicht mehr bezahlbaren Treibstoffpreisen werden Landbewohner und dort ansässige Firmen am stärksten leiden – also muss das Verkehrsnetz, insbesondere das Schienennetz wieder auf- und ausgebaut werden.

Auch die Welt des Fliegens wird sich verändern, prophezeien Fachleute. So merken vor allem die Billigflieger aber auch die eine oder andere Linienfluggesellschaft, dass ihr Geschäftsmodell vom billigen Öl abhängt und sie kommen in wirtschaftliche Turbulenzen. Flugreisen werden teurer, sehr viel teurer. Fernreisen und den Kurztrip nach New York können sich in Zukunft nur noch Besserverdienende und Geschäftsreisende leisten, deren Firmen bereit sind, das X-fache des heutigen Ticketpreises auf den Tisch zulegen.

Immer mehr wird der (Geschäfts) Reiseersatz um sich greifen, sprich Web- und Videoconferencing bei Firmen. Und in Bezug auf Urlaub und Freizeit werden Fahrrad fahren und Spazierengehen eine Renaissance erleben. Schon jetzt boomen die Tourismusregionen an Nord- und Ostsee sowie in den Bergen. Die Deutschen entdecken ihre Heimat neu. Auch dank der Millionen, die in neue Attraktionen, Radfernwege und den Erhalt sehenswerter Naturlandschaften gesteckt werden.

Grundsätzlich ist eine Welt ohne Erdöl nicht das Ende, schon gar nicht das Ende der Geschäftsreisebranche, aber das Ende der fossilen Energiezeit. Das meiste, das wir heute aus Erdöl herstellen, können wir bald auch aus pflanzlichen Ölen oder anderen Ersatzstoffen produzieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0