SBB verzichten in diesem Jahr auf eine Preiserhöhung

Das Angebot im öffentlichen Verkehr der Schweiz wird laufend ausgebaut. Zahlreiche Transportunternehmen sehen sich mit massiv höheren Kosten und grossem Investitionsbedarf konfrontiert.

Trotzdem haben die Verantwortlichen des VöV und der SBB beschlossen, auf eine Preiserhöhung per Dezember 2009 zu verzichten. Damit berücksichtigt der öV Schweiz die schwierige wirtschaftliche Situation und nimmt seine volkswirtschaftliche Verantwortung wahr.

Nach der Sitzung der zuständigen VöV-Kommission von heute Morgen ist klar: Auf die ursprünglich geplanten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr per Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wird verzichtet. Dies obwohl die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs ihre Angebote und den Service laufend ausbauen sowie die Engpässe beispielsweise beim Rollmaterial grosse Investitionen erfordern. Dazu kommen aufgelaufene Mehrkosten wie etwa höhere Energie-, Lohn- und Sachkosten. Alleine die SBB wird bis ins Jahr 2030 insgesamt 20 Milliarden Franken in neues Rollmaterial investieren. Die öV-Unternehmen gehen davon aus, dass Preiserhöhungen hingegen auf Dezember 2010 unausweichlich sein werden.

VöV-Direktor Peter Vollmer und SBB-CEO Andreas Meyer begründeten diese von der SBB und den anderen Transportunternehmungen einmütig gefasste Entscheidung mit dem Verantwortungsbewusstsein des öffentlichen Verkehrs in der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in der sich die Schweiz gegenwärtig befindet.

«Der öV-Schweiz will damit einen spürbaren Beitrag zum Erhalt der Kaufkraft der Bevölkerung leis-ten. Obwohl die Abwägung zwischen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten und der volkswirtschaftlichen Verantwortung keiner Unternehmung leicht gefallen ist, wollen wir mit dem Verzicht auf Preiserhöhungen ein klares Zeichen setzen», unterstrich VöV-Chef Vollmer. «Der SBB CEO ist mit diesem Anliegen frühzeitig an den VöV gelangt.

SBB CEO Andreas Meyer erklärte dazu: «Eigentlich sind wir auf höhere Preise angewiesen. Wir bie-ten mehr Angebot und Service. Angesichts der schwierigen Konjunkturlage wollen wir jedoch unsere Kundinnen und Kunden nicht noch mehr belasten. Deshalb haben wir entschieden, den Antrag auf eine Preiserhöhung um ein Jahr zu verschieben.» Der SBB CEO erklärte vor den Medien, dass die SBB im Fernverkehr gut unterwegs ist. Schwieriger sehe die Situation für alle Transportunterneh-mungen im Regionalverkehr aus. «Einerseits steigen verständlicherweise die Ansprüche der Kunden an das Rollmaterial. Andererseits werden dadurch längerfristig die Kostendeckungsgrade sinken», sagte Andreas Meyer. «Die Herausforderungen verstärken sich durch das überproportionale Wachs-tum in den Hauptverkehrszeiten. Die SBB investiert massiv in neues Rollmaterial, um mehr Sitzplät-ze zu schaffen. Das alles kostet Geld, das die Unternehmen auch wieder einnehmen müssen. Da sind sich alle öV-Unternehmen einig.»

Darüber hinaus hält die SBB an ihrem Ziel fest, Bahnreisen ausserhalb der Spitzenzeiten am Morgen mit günstigen Angeboten attraktiver zu machen. Sie wird deshalb dem VöV noch in diesem Jahr die Einführung eines 9-Uhr-Generalabonnements vorschlagen. «Damit lösen wir unser Versprechen ein. Wir wollen diejenigen Kunden mit attraktiven Preisvorteilen belohnen, die später losfahren und Platz machen können für unsere Pendler», sagte Andreas Meyer. Die SBB wird überdies bereits im Sommer ihr Angebot «Click&Rail» mit günstigen Spartickets im Internet weiter ausbauen. Sie bietet im Internet kontingentierte günstige Billette für schwach ausgelastete Züge an. Die Kunden profitieren dabei von Vergünstigungen um bis zu 70 Prozent gegenüber dem Normalpreis.

Weitere Auskünfte: 
Roger Baumann                                              Roland Binz
Kommunikation VöV                                         Mediensprecher SBB
031 359 23 15 / 079 270 10 00                         051 220 41 11

 

 

Dazu nachfolgend die Medienmitteilung von Pro-Bahn Schweiz

 

Pro Bahn Schweiz begrüsst den Verzicht auf Preiserhöhungen

 

Pro Bahn Schweiz, die Vertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs begrüsst das Vorgehen der zuständigen Kommission des Verbandes öffentlicher Verkehr, auf die vorgesehenen Tariferhöhungen zu verzichten. Die Verkehrsverbünde, welche sich leider nicht an diese Vereinbarung halten müssen, sind nun gefordert, auch in ihrem Zuständigkeitsbereich keine Preiserhöhungen vorzunehmen.

Bei der Preisfestlegung des zukünftigen 9-Uhr Generalabonnement ist darauf zu achten, dass nur mit einem attraktiven Preis von unter CHF 2'000 (Basispreis in 2. Klasse) die gewünschte Lenkung der Kundenströme erreicht werden kann. Vorbild sollte dabei das Halbtaxabonnement sein, welches bei seiner landesweiten Lancierung von CHF 360 auf CHF 100 massiv verbilligt wurde.  

Weiter fordert Pro Bahn Schweiz eine vermehrte Mitsprache der Benützerinnen und Benützer des öffentlichen Verkehrs bei Preisanpassungen, insbesondere beim geplanten neuen Tarifsystem Schweiz, welches der Verband öffentlicher Verkehr in Zukunft realisieren möchte. Der Kunde soll als echter Partner in den entsprechenden Gremien Einsitz nehmen können.  
 
Pro Bahn Schweiz                                     Für Rückfragen:
Edwin Dutler, Präsident                           079 40 105 40

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Kommentare: 1
  • #1

    Nina Anastasio (Sonntag, 22 Januar 2017 11:40)


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