Frankfurt am Main: Kosten durch Zerstörungswut bleiben auf hohem Niveau

Die Kosten durch Zerstörungswut bleiben auf hohem Niveau:  Die Schadens-Bilanz der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH 2008 sieht nicht gerade erfreulich aus!

Sitze wurden auch im Jahr 2008 aufgeschlitzt, Wände - egal ob von Fahrzeugen oder Stationen - weiterhin beschmiert, Scheiben erneut zerkratzt oder gleich ganz eingeschlagen. Die Busse und Bahnen der VGF sowie die Infrastruktureinrichtungen des Unternehmens waren damit auch im vergangenen Jahr Ziele zahlloser Zerstörungsorgien aller Art, die gerne unter dem unzulänglichen Begriff “Vandalismus” subsummiert werden.

Mit dem germanischen Volk der Vandalen haben diese Vorgänge allerdings wenig zu tun, eher mit blinder Zerstörungswut, wie sie eine moderne Gesellschaft unweigerlich zu erzeugen scheint: Allein am rollenden Material der VGF entstand 2008 so ein Schaden von mehr als 352.802 € (2007: 365.700 €; 2006: ca. 365.500 €; 2005: ca. 316.000 €; 2004: ca. 400.000 €, 2003: ca. 386.000 €). Zu diesen 352.802 € kommen nochmals 316.375,15 € für Schäden an der Infrastruktur wie Stationen und Haltestellen. Zusammen geht die VGF damit von “Vandalismus”-Schäden in Höhe von rund 670.000 € aus.

Rückgang bei Schäden in den Bussen, aber... 
An den 223 U-Bahn-Zügen der VGF-Flotte richteten Zerstörer rund 255.984 € Schaden an (2007: 254.296 €; 2006: 257.741 €; 2005: 188.671 €; 2004: 282.476 €, 2003: 244.668 €) Euro), bei den 176 Bussen schlugen rund 72.550 € zu Buche (2007: 90.950 €; 2006: 60.500 €; 2005: 43.000 €; 2004: 44.770 €, 2003: 65.000 €). Diesen Rückgang, der sich auch in der Zahl für den Gesamtschaden niederschlägt, führt die VGF vor allem auf den erstmaligen Einsatz von Video-Überwachung in 37 neuen Bussen zurück, die im Dezember 2007 in Dienst gestellt wurden. Einen solchen Rückgang hatte die VGF auch schon seit 2003 bei den Straßenbahnen beobachtet, als erstmals überwachte Fahrzeuge des Typs “S” in Frankfurt fuhren. Seit Einführung der “S”-Wagen, das letzte von 65 Exemplaren wurde am 3. Mai 2007 ausgeliefert, hat sich die Schadenssumme hier mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr wurden auf keiner Strecke mehr Alt-Fahrzeuge eingesetzt, die Typen “R” und “S” verfügen außerdem über widerstandsfähigeres Sitzmobiliar.

Mit 24.268 € (2007: 20.463,59 €; 2006: 47.430 €; 2005: 84.400 €; 2004: 71.815 €, 2003: 76.452 €) liegt der Schaden bei den 103 von der VGF betriebenen Straßenbahnen im Vergleich zu den anderen zwei Fahrzeugarten am niedrigsten. Bis 2005 waren es stets die Busse, die am wenigsten unter der Zerstörungswut bestimmter “Fahrgäste” zu leiden hatten. Die Gründe waren einfach: Der Fahrgastraum der Busse ist kleiner und die Fahrer sind immer anwesend. U-Bahnen fahren dagegen in der Hauptverkehrszeit mit bis zu Vier-Wagen-Zügen, die drei hinteren Bahnen sind dann nicht immer mit VGF-Mitarbeitern besetzt. Genau wie bei den U-Bahnen sitzen die Fahrer der Straßenbahnen in einer eigenen Kabine, allerdings können sie in Teilen der modernen Niederflurwagen des Typs “S” das Fahrzeuginnere mit Hilfe der genannten Videokameras überblicken.

... Fahrzeug-Schäden insgesamt unverändert hoch 
Die Schadenshöhe bei den U-Bahn-Wagen beinhaltet auch zerstörte Front- und Seitenscheiben. Auf der A-Strecke, die von den Linien U1, U2 und U3 genutzt wird, gingen 14 Front- und 19 Seitenscheiben zu Bruch (2007: Schäden an 24 Bahnen; 2006: 18; 2005: drei). Auf der B- und C-Strecke, also den Linien U4, U5, U6 und U7, hat das Unternehmen weitere zwei zerstörte Front-, sieben Seiten- sowie sieben Türscheiben registriert. Die zerkratzten Seitenscheiben sind in dieser Aufstellung nicht enthalten, da sie auf Grund der ausufernden Kosten und des hohen Arbeitsaufwands nicht umgehend ausgetauscht werden. Der Ersatz einer Seitenscheibe eines U-Bahn-Zugs des Typs “U4” schlägt mit Lohn- und Materialkosten in Höhe von rund 530 € zu Buche, bei der Scheibe eines “R”-Straßenbahnwagens sind es 610 €. Bei starker Beschädigung oder verbotenen Zeichen tauscht die VGF die Scheiben allerdings sofort nach der Schadensmeldung aus, auch mit Graffiti beschmierte Fahrzeuge gehen am nächsten morgen nicht ungereinigt wieder auf die Strecke. Die Summe von 352.802 € für Schäden in Bussen und Bahnen enthält außer den teuren Frontscheiben auch den Austausch zerstörter Sitze und die Kosten für Graffiti-Entfernung.

Schäden an Infrastruktur leicht angestiegen
Einrichtungen der Infrastruktur - also ober- sowie unterirdische U-Bahn-Stationen, Straßenbahn- und Bushaltestellen, Betriebshöfe oder andere Bauwerke - sind im vergangenen Jahr ebenfalls wieder zu Zielscheiben geworden, vorzugsweise von Graffiti, anderen Schmierereien oder blanker Zerstörungswut. Allein für Graffiti- und Aufkleberentfernung sowie anschließenden Oberflächenschutz ihrer Einrichtungen hat die VGF im vergangenen Jahr fast 253.000 € aufgewendet (2007: 254.000 €), der Gesamtschaden - also mit weiteren Schäden wie abgerissenen Mülleimern oder demolierten Sitzbänken - beläuft sich auf die im ersten Absatz genannten 316.375,15 € (2007: 306.055 €; 2006: 301.900 €; 2005: 116.000 €, 2004: 177.000 €, 2003: 208.000 €). Diese Summe setzt sich wie folgt zusammen: Allein in den unterirdischen U-Bahn-Stationen entstanden Schäden von rund 165.493,50 € (2007: 192.485 €; 2006: 94.600 €; 2005: 78.000 €; 2004: 81.500 €, 2003: 92.057 €). Der Rückgang dürfte auf die Videoüberwachung in sieben unterirdischen Stationen zurück zu führen sein.

Oberirdisch lag der Schaden an den U-Bahn-Stationen bei 90.609,25 € (2007: 59.350 €; 2006: 143.700 €; 2005: 18.210 €; 2004: 46.900 €, 2003: 50.490 €). An Bus- und Straßenbahn-Haltestellen lagen die Kosten für Beseitigung von Graffiti und anderen Schäden bei 60.140,44 € (2007: 34.392 €; 2006: 46.157 €; 2005: 15.019 €; 2004: 27.500 €, 2003: 30.900 €).

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