Buchs (SG): Freiwillige Bahnhof-Paten gesucht

Die Gemeinde Buchs sucht Freiwillige, die abends beim Bahnhof Präsenz markieren und damit etwas für mehr Sicherheit auf dem Bahnhof tun.

Ein interessanter Ansatz. Zumal Buchs in diese Richtung schon Erfahrung hat.
Damals machte sich eine Bürgerinitiative für eine sauberere Bahnhofstrasse stark. Nebst verstärkter Polizeipräsenz trugen auch die Freiwilligen ganz wesentlich dazu bei, dass sich die Situation dann deutlich verbessert hat.

Die beiden Sachen seien nicht eins zu eins miteinander vergleichbar, sagen heute die Funktionäre bei der Bahn. Das gemeinsam mit der Gemeinde Buchs lancierte Projekt, eines von zehn in der Schweiz, orientiere sich zwar auch am Leitsatz "Hinsehen statt wegschauen", aber die Aufgaben der Bahnhof-Paten seien doch etwas anders gelagert. Präventiver. Nebst einer Art Aufsichtsfunktion versehen die Bahnhofpaten auch eine wichtige Aufgabe im Zusammenhang mit der Präsenz und der Dienstleistung der SBB. So helfen sie zum Beispiel beim Fahrplanlesen, beim Billettbezug oder beim Einladen eines Kinderwagens.

Problem Automatisierung

«Die fortschreitende Automatisierung bei der Bahn hat dazu beigetragen, dass auf den Bahnhöfen vor allem abends sehr wenig Bahnpersonal präsent ist, das zum Rechten sieht und den Bahnkunden helfen kann», sagt Roland Büchi, Haupttriebfeder im Bahnhof-Paten-Projekt von Frauenfeld, welches seit rund einem Jahr läuft. Der Bahnhof dürfe nicht zum anonymen Zirkulationsraum werden, sondern müsse ein Ort sein, an dem man sich ohne Bedenken und Ängste aufhalten könne, sagen sie.

In Frauenfeld, wo die Bahnhof-Patenschaften sowohl von den Passanten als auch von der Bevölkerung gut aufgenommen wurden, sind insgesamt 16 Personen als Bahnhof-Paten im Einsatz. Laut Roland Büchi, alles gestandene Männer und Frauen im Alter von 45 bis 70 Jahren.

Die Paten patrouillieren einmal pro Tag während drei Stunden, meist dann wenn das Bahnhofsareal zum Eventgelände zu mutieren droht. Bei ihrer Aufgabe komme ihnen zugute, dass sie eine qualifizierte Ausbildung durch erfahrene Fachleute erhalten haben. «Dort lernen sie verhältnismässig zu reagieren, die eigene Zivilcourage richtig einzuschätzen und angemessen aufzutreten», heisst es. «Das ist besonders dann wichtig, wenn sie jemanden, der die Hausordnung auf dem Bahnhof mit Füssen tritt, auf sein Fehlverhalten aufmerksam machen müssen.» Roland Büchi zieht nach einjährigem Betrieb eine positive Bilanz. «Ich werde immer wieder von Mitbewohnern angesprochen, die mir sagen, dass sie sich jetzt auf dem Bahnhof sicherer fühlen», sagt er.

Die Gemeinde sucht Interessierte

In Buchs kommt die Idee von den Bahnhof-Paten von der Arbeitsgruppe «Sicherheit in Buchs». Jetzt sucht die Gemeinde Interessierte, die bereit sind, sich im März als Bahnhof-Paten ausbilden zu lassen und fortan mit ihrer Arbeit auf dem Bahnhof deeskalierend zu wirken. «Die Kompetenzen sind klar abgegrenzt und die Sicherheit der Paten steht im Vordergrund», versichern die Initianten des Projektes. Die Einsätze erfolgen vorwiegend abends im Zweierteam. Paten entscheiden selbst über Einsatzdauer und Einsatzzeitpunkt. Sie arbeiten ehrenamtlich. Als Zeichen der Anerkennung erhalten sie für jeweils zehn Einsatzstunden Reise- oder Migros-Gutscheine.

Ansprechperson und Koordinator ist Walter Schwendener, ehemaliger Regionenleiter der Abteilung "Personenverkehr Verkauf" bei den SBB.

Anmeldung:

Gemeindeverwaltung Buchs

Resort Sicherheit/Verkehr

St.Gallerstrasse 2

9471 Buchs

E-Mail:  gemeinderatskanzlei@buchs-sg.ch

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Kommentare: 1
  • #1

    Christoph Gubler (Sonntag, 24 Mai 2009 10:25)

    Das wäre supper wenn das mit dem Bahnhofspaten in Buchs auch klappen würde.Wünsche jedenfals viel glück und Erfolg
    Gruss vom Christoph Gubler Bahnhofspate von Frauenfeld