ÖBB: Handy-Ticket auf Chipkarten-Basis

NFC Handy-Tickets wurden bisher via SMS zugestellt. Mit der ersten NFC-Lösung auf Chipkarten-Basis gehen A1 und die ÖBB jetzt einen Schritt weiter.

Auf internationalen Standards aufbauend hat A1 jetzt eine End-to-End-Anwendung entwickelt, die den gesamten Prozess von Ticket-Bestellung über den Kauf bis zur Kontrolle abdeckt. Mit dieser neuen Generation des NFC Handy-Tickets der ÖBB soll die Benutzerfreundlichkeit für Fahrgast und Zugbegleiter nochmals deutlich gesteigert wer. A1 und ÖBB starten dazu jetzt den Pilotbetrieb.

Mit NFC (Near Field Communication) wird das A1 Handy mit einer Berührung zu Fahr-, Park- oder Lottoschein und vielem mehr. Handy-Fahrscheine für den öffentlichen Verkehr können über die drahtlose Übertragungstechnologie NFC gelöst und via SMS zugestellt werden. Jetzt folgt mit der ersten End-to-End-Lösung auf Chipkarten-Basis der nächsteSchritt.

„Mit dem neuen chipbasierten NFC Handy-Ticket bestellen die Kunden ihre Fahrscheine wie gehabt. Diese werden allerdings nicht mehr als SMS zugestellt, sondern im so genannten Secure Element des NFC Handys gespeichert und können mit einer einzigen Berührung validiert werden“, erklärt Hannes Ametsreiter, Marketing-Vorstand Mobilkom Austria und CEO Telekom Austria TA. Mit dem chipbasierten NFC Handy-Ticket muss der Kunde bei der Kontrolle nicht mehr extra die SMS-Inbox aufrufen. „Außerdem können Tickets nicht verloren gehen und der Fahrschein ist auch dann noch belegbar, wenn der Akku des Handys leer ist. Die Tickets können sogar während eines Telefonates kontrolliert bzw. entwertet werden“, teilt eine ÖBB-Sprecherin mit.

Mit einem speziellen Kontrollgerät, mit dem der Zugbegleiter das NFC-Handy des Fahrgasts berührt, wird das Ticket entwertet. Damit ist die Eingabe des SMS-Codes nicht mehr notwendig und die Validierung erfolgt schneller. A1 und die ÖBB starten mit Unterstützung von Nokia in die nächste Phase von NFC. Drei Monate lang werden im Pilotprojekt rund 100 ausgewählte Kunden und 100 Zugbegleiter die neue Anwendung auf der Teststrecke Wien–Krems und Wien–Gmünd verwenden. Test-Kunden und Zugbegleiter sind dafür mit handelsüblichen Handys (Nokia 6212 Classic) ausgestattet. Seit dem Launch der ersten kommerziellen NFC-Services hat Nokia als einziger Handyhersteller ein NFC-fähiges Handy auf den Markt gebracht. Nun folgt mit dem Nokia 6212 Classic ein weiteres Modell. Ab Februar 2009 ist das UMTS-Handy bei A1 erhältlich. Dieses Handy ist vorerst noch nicht mit der neuen Chipkarten-Applikation ausgestattet – im Pilotprojekt werden eigens für den Test konfigurierte Nokia 6212 eingesetzt.

In Zukunft sollen Informationen wie die ÖBB-Handy-Tickets nicht mehr auf einem Chip im Handy, sondern im Chip der SIM-Karte abgelegt werden. Das soll dem Kunden z. B. den Wechsel von einem NFC-Handy auf ein anderes erleichtern. Der kommerzielle Launch dieser nächsten Generation ist abhängig von der Verfügbarkeit entsprechender NFC-Handys, die noch 2009 erwartet werden. Bei der Entwicklung arbeiten Mobilkom Austria und Nokia eng zusammen. Langfristiges Ziel ist ein interoperables System, das es dem Kunden ermöglichen soll, mit einem einzigen NFC-Fahrschein Verkehrsmittel unterschiedlicher Betreiber – auch länderübergreifend – zu nutzen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0