Bahn-Güterverkehr via Rostock nach Skandinavien

Bahn darf Rostock nicht vom Güterverkehr nach Skandinavien abkoppeln

Rostock/MVregio MdB Rehberg (54) und MdL Stein (40) kritisieren Verlust des Skandinavien-Verkehrs für den Hafen der Hansestadt

 

Allein 13.000 Container transportiert die Deutsche Bahn tagtäglich.Dafür rollen bundesweit rund 300 Güterzüge - Tendenz steigend. Vor allem für die Seehäfen ist ein gut ausgebautes Schienennetz im Hinterland überlebenswichtig. Die Bahn spricht selbst von einer Herausforderung für sich und die Häfen, da es beispielsweise bereits von Berlin/Hannover nach Hamburg auf den Gleisen eng wird. "Unverständlich ist darum der Entscheid der DB Railion, den Güterbahnhof im Seehafen der Hansestadt Rostock vom Verkehrsfluss abzukoppeln", kritisieren Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg und Landtagsabgeordneter Peter Stein. "Konkret soll der Skandinavienverkehr per Schiene künftig nur noch über einen Seeweg - von Sassnitz-Mukran aus, und über eine feste Querung im Westen, nicht mehr aber über den Seeweg via Rostock abgewickelt werden."

Die beiden CDU-Politiker unterstützen damit den Protest der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die heute (8. Januar 2009) zu einer Diskussionsrunde nach Rostock eingeladen hatte. Hintergrund: Bisher erfolgt in Rostock die gesamte Zugbildung für den Gefahr- und Schwerguttransport nach Malmö, für den Güterstrom zum Hafen Sassnitz-Mukran und nach Berlin, den Bahnknotenpunkt Hamburg-Maschen sowie für die Verkehre nach Polen. Rostock diene somit "als Drehscheibe und sichere zugleich die Nord-Süd-Verkehrsachse", so die beiden Abgeordneten. "Nun sollen diese Hafenhinterlandanbindungen gekappt werden, indem der Güterbahnhof Seddin bei Berlin ein Großteil der Funktionen von Rostock übernimmt. Der Nordosten wird damit abgekoppelt."

Für die Hansestadt bliebe laut GDL nach dieser Variante nur noch übrig, den Einzelwagenverkehr und den kombinierten Ladungsverkehr zu managen. "Dabei hat die Bahn erst in den Jahren 2005 bis 2007 ein Gutteil der Gleise im Seehafen erneuert. Und noch Anfang 2008 hatten Bahn-Verantwortliche bei einem Empfang der Hafenentwicklungsgesellschaft erklärt, dass der Schienengüterverkehr auch künftig über den Hafen der Hansestadt abgewickelt wird", erinnern Rehberg und Stein. Zugleich rufen sie Landesverkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) auf, sich ebenfalls bei Bahnchef Hartmut Mehdorn für den Güterdrehscheibe und den Erhalt der Arbeitsplätze in Rostock stark zu machen.

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