Neues Abfertigungssytem bei der Berliner S-Bahn

 

Ab dem Ende dieses Jahres hätten die Triebfahrzeugführer selbst die Aufsicht über Öffnen und Schließen der Türen übernehmen sollen. Doch die Technik hakt. Das umstrittene neue Zugabfertigungssystem der S-Bahn ist noch immer nicht einsatzbereit.

 

                                           S-Bahnhof Potsdamer Platz - Foto: Zentralbild 

 

 

Wenn das neues System einmal funktioniert, wird es an den Bahnsteigen keine Bahnhofs-Aufsichten mehr geben müssen....

Der Testbetrieb für das Zugabfertigungssystem der S-Bahn (ZAT) verschiebt sich bis auf weiteres. ZAT steht für „Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer“. Statt der bisherigen Bahnsteigaufsichten sollen die Triebfahrzeugführer künftig selbst den Ein- und Ausstieg der Fahrgäste überwachen und entscheiden, wann sie gefahrlos die Türen schließen und losfahren können. Videokameras übertragen dafür ihre Bilder per Funk auf einen Monitor im Führerstand. Ende dieses Jahres, so hieß es im Herbst, sollte die Betriebserprobung auf mehreren Stationen der Ringbahn beginnen.

 

Nun ist der Starttermin erneut verschoben, wie S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz bestätigte. Der Grund ist nach seinen Angaben die mangelnde „Systemstabilität“. Die Fehlersuche durch den Hersteller sei noch nicht abgeschlossen, so Priegnitz. Ein neuer Termin für die Erprobung sei noch nicht bekannt.


Schon ein erster Testbetrieb auf den Bahnhöfen Storkower Straße, Greifswalder Straße und Sonnenallee war im Sommer wegen technischer Probleme abgebrochen worden. Das Eisenbahnbundesamt verlangte vor einer erneuten Genehmigung Nachbesserungen. Unter anderem sollte die S-Bahn nachweisen, dass die Triebfahrzeugführer mit der gleichzeitigen Überwachung von Monitoren und Signalanlagen nicht überfordert seien.


Umstritten ist das Abfertigungssystem aber vor allem, weil mit der endgültigen Einführung die Bahnhofsaufsichten auf fast allen Stationen verschwinden sollen. Lediglich auf 21 sogenannten Stammbahnhöfen sollen Aufsichten präsent sein und die übrigen Stationen per Videomonitor überwachen. Von ehemals 900 Aufsichten sollen am Ende nur etwa 125 übrig bleiben, unterstützt von ebenso vielen mobilen Servicekräften. Der Fahrgastverband Igeb kritisiert dies als Einschränkung beim Service.


Während eines erneuten Testbetriebs zumindest würde das Personal auf den Bahnsteigen aber zunächst weiterhin gebraucht, wie Ingo Priegnitz betont – als „Rückfallebene“, falls die Technik des neuen Systems versagt.

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