Salzburg: Start für Bahnhofsumbau

 

Als eine der letzten Landeshauptstädte erhält Salzburg bis 2014 endlich einen modernen Bahnhof. 

 

Jahrelang wurde diskutiert, verschoben, verzögert. Am Freitag erfolgte dann doch endlich der Spatenstich für eines der größten Bauprojekte in der Stadt Salzburg: der Umbau des völlig veralteten und schmuddeligen Bahnhofs zu einem zeitgemäßen Entree in die Festspielstadt.

Der neue Bahnhof soll 2014 eröffnet werden. Damit erhält Salzburg als eine der letzten Landeshauptstädte einen zeitgemäßen Bahnhof. Ungefähr 270 Millionen Euro investieren die ÖBB in den Um- und Ausbau nach den Plänen des Architektenteams Kada-Wittfeld. Dabei geht es nicht nur um ein optisches Facelifting für die im Jahr 1860 errichtete Eingangs- und die 1909 gebaute Bahnsteighalle. Der ehemalige Grenzbahnhof Salzburg wird komplett umgebaut, um aus der Kopfstation, in der viele Gleise derzeit enden, einen modernen Durchgangsbahnhof für den internationalen Fernverkehr zu machen.

Außerdem sind Einkaufspassagen und ein großzügiger Durchgang vom Bahnhof zum Stadtteil Schallmoos geplant. Das Architekturbüro Kada-Wittfeld wird die historische Bahnhofshalle ebenso in den modernen Komplex integrieren wie die restaurierte Eisenhalle, die derzeit den Großteil der Bahnsteige überspannt.

 

 
Künftig schneller nach Wien

Nicht nur die Bahnhofshalle, sondern auch die gesamte Gleisgeometrie und die Technik müssen modernisiert werden. Während der Bauarbeiten, die bei laufendem Betrieb des Bahnhofs erfolgen, wird den ÖBB-Kunden ein Informationszentrum zur Verfügung stehen.

Attraktiver soll bis 2014 aber nicht nur der Bahnhof werden. Investitionen in die Strecke Wien– Salzburg werden bis zum Jahr 2012 zu einer Fahrzeitverkürzung auf zwei Stunden und 14 Minuten führen. Derzeit ist man noch mindestens zweieinhalb Stunden unterwegs.

 

Nachfolgend dazu ein Bericht aus derStandard.at

 

Salzburg - Neben Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) versammelte sich Freitagvormittag die gesamte Salzburger Politprominenz auf dem Bahnsteig 2. Der Startschuss zum Neubau des Salzburger Hauptbahnhofs kommt knapp vier Monate vor den Landtagswahlen im März 2009; wenn das Projekt wie geplant im Jahr 2014 fertig gestellt wird, werden wohl wieder Wahlen vor der Tür stehen.

 

Salzburg gehört damit zu den letzten Städten, die von der 1997 gestarteten "Bahnhofsoffensive" profitieren werden. Einer der Gründe für die Verspätung war ein Streit um den Marmorsaal, in dem heute das Bahnhofsrestaurant untergebracht ist. Eine Bürgerinitiative hielt das nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Bauwerk für erhaltenswert. Mittlerweile hat das Bundesdenkmalamt grünes Licht für einen Abriss gegeben.

Bleiben dürfen dagegen die Empfangshalle aus dem Jahr 1860 sowie die historische Eisenhalle über dem heutigen Mittelbahnsteig aus dem Jahr 1909. Beide Elemente sind denkmalgeschützt und wurden vom deutsch-österreichischen Architektenduo Klaus Kada und Gerhard Wittfeld in ihre Umbaupläne integriert. Der Bahnhof war ursprünglich als Grenzbahnhof konzipiert - viele Gleise enden derzeit am Mittelbahnsteig, der Verkehr auf den wenigen Durchgangsgleisen ist längst an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Der Mittelbahnsteig soll daher abgerissen werden, insgesamt sind neun Bahnsteige geplant.

Unter den Bahnsteigen wird eine großzügige Geschäftspassage mit 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche die Stadtteile Elisabeth-Vorstadt und Schallmoos verbinden.

Insgesamt sind für den Bau 270 Millionen Euro budgetiert. 27 Millionen davon kommen vom Land Salzburg. "Es ist sicher gut investiertes Geld, auch wenn es uns natürlich lieber gewesen wäre, wenn die ÖBB alles bezahlt hätten", sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Freitag.

Salzburgs Hauptbahnhof soll laut ÖBB zum zweitwichtigsten österreichischen "Taktknoten" nach dem geplanten Wiener Hauptbahnhof werden.

 

 

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