Österreicher werden stehen gelassen

Immer wieder werden Eurocity Züge aus Österreich in Sargans stehen gelassen und dadurch künstlich verspätet.

 

 

Haben diese Züge bei der Grenzübergabe in Buchs (SG) auch nur wenige Minuten Verspätung wird daraus bis Zürich HB jeweils eine Verspätung von 30 Minuten.

 

In Sargans werden diese Züge dann aus fahrplantechnischen Gründen (Zitat SBB!) stehen gelassen und hinter den Interregio Chur – Zürich gesetzt. Dies passiert jeweils ganztags, sei es beim EN 466 „Wiener-Walzer“ am Morgen, beim EC 164 „Kaiserin Elisabeth“ am Mittag, beim EC 160 „Vorarlberg“ am Nachmittag oder eim EC 162 „Transalpin“ am Abend!
 
Da der Interregio zusätzlich in Ziegelbrücke, Pfäffikon (SZ), Wädenswil und Thalwil hält muss der Eurocity jeweils dahinter warten, bis diese Halte vollzogen sind und erhält somit bis Zürich eine halbe Stunde Verspätung. Könnte der Eurocity aus Österreich in Sargans jedoch normal zufahren wäre er oftmals fast rechtzeitig in Zürich HB und alle weiteren Anschlüsse könnten planmässig erreicht werden!
 
Nun stellt sich natürlich die Frage, weshalb eine solche „Strafaktion“ für die EC aus Österreich nötig ist. Die SBB machen fahrplantechnische Gründe geltend. Dies will heissen, dass jeweils von Montag bis Freitag die S-Bahnen (S2 und S8) tangiert würden. Als Folge der „schlanken Infrastruktur“ ist es offenbar nicht mehr möglich, dass ein Eurocity-Zug eine S-Bahn überholt! Immerhin unterstehen die Eurocity einem international festgelegten Standard und in einer Broschüre aus früheren Zeiten heisst es sogar noch „hat Vorrang vor allen anderen Zügen“. Allem Anschein nach wurde dieses Kriterium aber grosszügig gestrichen und selbst die Züge der Zürcher S-Bahn haben da noch Vorrang! Im ÖBB-Kursbuch war auch noch folgendes zu lesen:


„Eurocity ist das Markenzeichen für europäische Qualitätszüge. EC führen modernes klimatisiertes Wagenmaterial und bieten in vielen Fällen kürzere Reisezeiten als nationale Qualitätszüge und andere internationale Reisezüge an. Mit spezieller Pünktlichkeitsüberwachung und erweiterten Serviceleistungen zeichnen sich EC-Züge als das TOP-Angebot im internationalen Verkehr aus. Auf österreichischen Strecken werden Gratiszeitungen und Platzservice in der 1. Klasse angeboten. Regelmässige, internationale Qualitätskontrollen sind selbstverständlich.“
 
Dabei macht es keinen Unterschied, dass zur Zeit gerade Bauarbeiten am Arlberg stattfinden, denn dieses Vorgehen wird auch in der übrigen Zeit angewendet.
Bemerkenswert dazu ist aber noch die Meldung der "SBB Verkehrsinformationen" zu diesen Bauarbeiten, denn dort wird u.a. angekündigt:
 
"Tageszüge: keine Reisezeitverlängerung"
 
Stellt sich die Frage, ob dem Ersteller dieser Meldung nicht bekannt ist, dass diese Züge in Sargans regelmässig hinter den Interregio gesetzt werden und somit mit mindestens einer halben Stunde Verspätung in Zürich HB eintreffen ....?

 

 

Hier finden Sie einen Bild-Bericht

am Beispiel des Eurocity 160 "Vorarlberg" vom 22. August 2008.

Fahrplanmässige Abfahrtszeit in Buchs (SG) ist um 15.10 Uhr. Am 22.08.2008 verkehrte der EC 160 mit 13 Minuten Verspätung, also um 15.23 Uhr ab Buchs (SG). Angekommen ist er in Sargans um 15.35 Uhr (planmässig wäre 15.22 Uhr). Anschliessend wurde er in Sargans wie erwähnt stehen gelassen, sodass die Weiterfahrt erst um 15.41 Uhr (planmässig wäre um 15.24 Uhr) erfolgte. Schlussendlich kam der EC 160 dann mit 30 Minuten Verspätung, also um 16.50 Uhr (anstatt planmässig um 16.20 Uhr) in Zürich HB an.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    BLS_RM (Mittwoch, 27 August 2008 12:20)

    Ist da vielleicht der ZVV mitschuldig, wegen dem Bonus-/Malussystem?

  • #2

    Schälli (Mittwoch, 27 August 2008 16:36)

    Ich habe auch festgestellt, dass ausländische Züge sehr benachteiligt behandelt werden. Hat der ICE in Basel auch nur 1 Minute Eingangsverspätung, werden daraus bis Zürich mind. 10 Minuten.
    Die SBB-Verspätungstatistik sagt, dass ca. 30% aller Verspätungsminuten auf “Verspätung ab Vorbahn” (meist DB, ÖBB, FS) gehen und die nationalen Linien sehr pünktlich sind.
    Die Verspätungsstatistik der SBB wird mit Absicht “beeinflusst”, um dann als SBB im Vergleich mit den anderen Bahnen besser dazustehen