So
14
Jun
2009
Die SBB lehnen ihre eigene Kreditkarte ab
Mit viel Trara werben die SBB für ihr Halbtaxabonnement mit Kreditkarte. Doch die Bahn akzeptiert ihre Visa-Karte nicht einmal in den eigenen Zügen.

Wer in der Bahn
die falsche Karte hat, muss bar bezahlen: Die Prepaid-Visa-Karte der SBB kommt nicht zum Zug.
Foto: SBB
Die Freude von Rolf Buholzer währte nur kurz: Er hatte seinen Anschlusszug gerade noch erwischt, als er aus Deutschland nach Hause fuhr. Mit seinem brandneuen Halbtaxabo inklusive Visa-Karte wollte Buholzer im Zug ein Billett für die Schweizer Strecke nachlösen. Doch die Kondukteurin erklärte dem verdutzten Passagier, dass sie diese SBB-Karte nicht akzeptieren könne. Da Buholzer nicht mehr genug Bargeld bei sich hatte, schickte ihm die Bahn schliesslich eine Rechnung mit einem Zuschlag von 30 Franken. «Diesen hohen Zuschlag empfand ich als Busse», sagt er.
Seit letztem Herbst gehen die SBB bei ihren über zwei Millionen Halbtaxabonnenten mit der Kreditkarte auf Kundenfang; das Abo mit Visa bietet sie gar 25 Franken günstiger an als jenes ohne. Zusätzlichen Auftrieb bekam die Karte, als sie diesen Frühling in einem breit angelegten Vergleich des Internetdienstes Comparis in Zusammenarbeit mit der TV-Sendung «Kassensturz» sehr gut abschnitt.
Kein Kredit für die Prepaidkarte
Wer sich für das Halbtax mit Visa-Karte entscheidet, kann zwischen zwei Varianten wählen: einer Kredit- und einer Prepaidkarte. Die Prepaid-Variante wird mit Guthaben aufgeladen und ist deshalb
streng genommen gar keine Kreditkarte. Trotzdem wird sie von den SBB als «vollwertige Visa-Karte» angepriesen.
Anders als bei der konventionellen Kreditkarte muss der Verkäufer mit einem Lesegerät online überprüfen, ob die Prepaidkarte genügend Guthaben aufweist. Aber ausgerechnet die eigenen Kondukteure
haben die SBB nicht mit Lesegeräten ausgerüstet. Konventionelle Kreditkarten dürfen sie deshalb blind annehmen, aber nur bei kleineren Beträgen.
Nach unbestätigten Informationen des Beobachters müssen sie die Karte ab einem Betrag von 80 Franken überprüfen – und zwar telefonisch, wie in den Anfangszeiten der Kreditkarten. Bei den
Prepaidkarten funktioniert dies nicht, weshalb das Zugpersonal sie generell nicht annimmt.
Dennoch leitet SBB-Sprecher Reto Kormann daraus gar einen Vorteil ab: «Falls einem Kunden einmal eine Karte abhandenkommen sollte, kann ein ‹Finder› im Zug keine Dienstleistungen auf Kosten des
Kartenbesitzers bezahlen.» So gesehen müssten Kartenbesitzer dankbar sein für jede Verkaufsstelle, die ihre Karte nicht akzeptiert.
3 Kommentare
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#1
Ist sich die SBB bewusst was sie ihren kunden anbietet? oder hat hier die bank (VISA) sich einen vorteil schaffen wollen, mit der die SBB nicht einverstanden ist! da ich seit jahren ein h-abo habe, füllte auch ich das formular aus, aber ohne angaben einer karten-Nr.! mir wurde angerufen - ich könne nur mit einer karten-Nr. das h-abo bestellen. ich war der meinung, ich könne auch mit einem EZ bezahlen -also ist dies heute auch nicht mehr möglich!!!
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#2
Typisch comparis! Macht einen Vergleich und dieser ist einfach nicht seriös. Denn auch sonst ist die SBB Karte nicht unbedingt so gut wie angepriesen. Finde eine Firma wie Comparis sollte viel kritischer hinterfragt werden, dies sieht man auch bei den unvollständigen Angeboten im Krankenkassen- und Autoversicherungsbereichen. Wie im Tagi kürzlich beschrieben, Comparis verdeint an jeder Offerte CHF 45.--! Warum also nicht soviele Offerten wie möglich generieren, statt auf die Kundenwünsche zu achten?
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#3
Na typisch.......ich frage mich echt warum bezahlende Kunden immer immer immer immer nur Probleme haben. Sind wir nicht Könige ?

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